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Heizspiegel 2026: Wärmepumpe bleibt günstigste Heizung

Der Heizspiegel 2026 sieht Öl und Pellets teurer werden. Was das für Wärmepumpe, Heizungstausch und Förderung heißt – mit unseren aktuellen Kosten.

Die Wärmepumpe ist laut dem neuen Heizspiegel weiterhin das günstigste untersuchte Heizsystem im Betrieb, und für 2026 werden vor allem bei Öl und Pellets steigende Kosten erwartet. Für Eigentümer, die über einen Heizungstausch nachdenken, verschiebt sich damit die Rechnung. Wir ordnen die Zahlen ein und zeigen, was die Anschaffung kostet.

Was der Heizspiegel 2026 meldet

Nach Angaben von Baulinks hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online den „Heizspiegel für Deutschland 2026" gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund veröffentlicht. Ausgewertet wurden mehr als 90.000 Gebäudedaten.

Die wichtigsten Werte für das Abrechnungsjahr 2025:

  • Einfamilienhaus, 130 m²: Erdgas 2.040 Euro im Jahr (+15 %), Heizöl 2.145 Euro (+1 %), Wärmepumpe 1.260 Euro (+5 %).
  • Differenz: Die Wärmepumpe lag damit 780 Euro unter der Gasheizung und 885 Euro unter der Ölheizung.
  • Wohnung, 70 m² im Mehrfamilienhaus: Wärmepumpe 715 Euro, Gas 1.170 Euro, Fernwärme 1.295 Euro. Holzpellets kosteten 735 Euro, 20 % mehr als im Vorjahr.

Prognose für 2026

Der Heizspiegel erwartet laut Baulinks für 2026 deutliche Verschiebungen:

  • Heizöl: In der 70-m²-Wohnung wird ein Plus von 24 % auf 1.275 Euro erwartet, im Einfamilienhaus ein Plus von 28 % auf 2.745 Euro.
  • Holzpellets: rund 17 % mehr, wegen knapper Rohstoffe.
  • Erdgas: zunächst ein Rückgang um etwa 4 %, unter anderem wegen der weggefallenen Gasspeicherumlage. Höhere Großhandelspreise könnten sich verzögert bemerkbar machen und Ende 2026 oder 2027 wieder zu Preissteigerungen führen.
  • Wärmepumpe: moderate Steigerung von rund 3 %.

Wichtig: Das sind Durchschnittswerte. Wie viel Sie tatsächlich sparen, hängt laut Baulinks vom energetischen Zustand des Gebäudes, dem Wärmebedarf, den nötigen Vorlauftemperaturen und der Effizienz der geplanten Anlage ab. Der Hersteller Stiebel Eltron, der in der Meldung zu Wort kommt, ist zudem ein interessierter Marktteilnehmer.

Was eine Wärmepumpe kostet

Die geringeren Betriebskosten müssen die höhere Anfangsinvestition ausgleichen. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 8 kW rechnen wir derzeit mit 27.000 € im mittleren Bereich, die übliche Spanne liegt bei 21.000 € – 35.100 €. Einfach gehalten kostet die Anlage 20.400 €, in gehobener Ausstattung 32.300 €. Alle Preise sind Bruttopreise inklusive 19 % MwSt.

Unsere Werte beruhen auf Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Material und werden mit Marktpreisen und echten Angeboten abgeglichen. Details finden Sie im Wärmepumpe.

Förderung senkt die Investition

Für den Heizungstausch gilt die KfW-Förderung 458 (seit 21.07.2026):

  • Grundförderung 30 %
  • Geschwindigkeitsbonus 16 % bis 31.01.2027, danach sinkend
  • Einkommensbonus bis 40 % bei bis zu 30.000 Euro Haushaltseinkommen
  • förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, maximal 22.400 Euro Zuschuss

Elektrische Wärmepumpen gehören zu den geförderten Maßnahmen. Wer vom Geschwindigkeitsbonus profitieren möchte, sollte den Zeitplan im Blick behalten, denn er läuft Ende Januar 2027 aus und sinkt danach.

Und wer bei Gas bleibt?

Eine reine Gas-Brennwertheizung wird von der KfW-Förderung 458 nicht erfasst. Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz; die 65-%-Regel ist entfallen. Neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen unterliegen aber der sogenannten Biotreppe: ab 01.01.2029 mindestens 10 % klimaneutrale Brennstoffe, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Details der Grüngasquote sollen bis 01.12.2026 festgelegt werden. Was das für Ihre Brennstoffkosten bedeutet, lässt sich heute noch nicht seriös beziffern.

Ein Gasthermentausch kostet bei uns im mittleren Bereich 8.500 € (Spanne 6.650 € – 11.100 €). Das ist deutlich weniger als die Wärmepumpe, aber ohne Zuschuss und mit unsicheren laufenden Kosten. Mehr dazu im Gastherme austauschen.

Weitere Hebel für niedrigere Heizkosten

Eine Wärmepumpe arbeitet effizienter, wenn das Haus weniger Wärme verliert. Fenster und Dämmung können über das BAFA mit 15 % bezuschusst werden, mit individuellem Sanierungsfahrplan kommen 5 % hinzu (der iSFP-Bonus gilt nur bei Vorhaben ab 30.000 Euro). Orientierung bieten unsere Kostenübersichten zum Fenstertausch und zur Fassadendämmung. Wer zusätzlich eigenen Strom erzeugt, findet Zahlen im Photovoltaik: Photovoltaik bis 30 kWp auf Wohngebäuden ist von der MwSt. befreit.

Unser Fazit

Die Betriebskosten sprechen laut Heizspiegel für die Wärmepumpe, vor allem gegenüber Öl und Pellets. Ob sich der Wechsel für Ihr Haus rechnet, entscheidet das Gebäude, nicht der Durchschnitt. Holen Sie mehrere Angebote ein und prüfen Sie diese mit unserem Angebotsprüfer („Ist mein Angebot fair?"), bevor Sie unterschreiben. Beachten Sie auch: Arbeiten an Gas- und Elektroanlagen dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen.

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