CO2-Preis 2027 bleibt bei 55 bis 65 Euro: Was das für die Heizung heißt
Der Bundestag hält den CO2-Preiskorridor auch 2027. Was das für Heizungstausch, Dämmung und Fenster bedeutet und warum der 1. Februar 2027 zählt.
Der CO2-Preis auf Heizöl und Erdgas springt 2027 nicht. Der Zeitdruck beim Heizungstausch kommt daher vor allem von der Förderung, nicht vom CO2-Preis. Der Bundestag hat den Preiskorridor verlängert. Der Förderbonus läuft aber Ende Januar 2027 aus.
Was beschlossen wurde
Laut Presseportal hat der Bundestag am 15. Oktober 2026 beschlossen, den nationalen CO2-Preis für Heizöl und Erdgas 2027 weiter im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne zu halten. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen. Im ersten Durchgang hatte er keine Einwände erhoben.
Hintergrund ist, dass der europäische Emissionshandel für Gebäude (ETS 2) erst am 1. Januar 2028 startet. Ursprünglich war 2027 vorgesehen. Deutschland überbrückt das Jahr mit dem nationalen System.
Nach den Angaben im Bericht gilt außerdem:
- Die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 wurde zum Höchstpreis von 65 Euro je Zertifikat zugeteilt. Für 2027 sollten Sie deshalb eher mit dem oberen Ende des Korridors rechnen.
- Bei 65 Euro je Tonne liegen die CO2-Kosten bei rund 20,5 Cent je Liter Heizöl und 1,55 Cent je Kilowattstunde Erdgas, jeweils inklusive Mehrwertsteuer.
- Für ein Haus mit 3.000 Litern Heizöl Jahresverbrauch nennt der Bericht rund 520 Euro CO2-Kosten netto pro Jahr.
- Ab 2028 bildet sich der Preis an den europäischen Versteigerungen. Einen festen Deckel gibt es nicht. Der Rat der EU hat am 9. Oktober 2026 beschlossen, die Freigabemenge der Marktstabilitätsreserve von 20 auf 40 Millionen Zertifikate zu verdoppeln. Das soll starke Anstiege abfedern.
- Wie hoch der Preis 2028 liegt, lässt sich laut Bericht nicht zuverlässig sagen.
Der Bericht stammt von einer Energieberatung und wurde über Presseportal verbreitet. Wir geben ihn deshalb als Quelle wieder und prüfen die Förderfristen separat.
Was das für Ihre Kosten bedeutet
Der Beschluss verändert die Rechnung in zwei Punkten: Es gibt 2027 keinen zusätzlichen Preissprung, aber auch keine Entwarnung für 2028. Wer eine Heizung für 20 Jahre kauft, sollte mehrere CO2-Preisszenarien durchrechnen. Der Bericht gibt diesen Rat ebenfalls.
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe (8 kW) kostet bei uns typischerweise 27.000 €, die übliche Spanne liegt bei 21.000 € – 35.100 €. Alle Preise sind Bruttopreise inklusive 19 % MwSt. Mehr dazu in unserem Kostenratgeber: Wärmepumpe.
Die KfW-Heizungsförderung 458 gilt seit dem 21.07.2026:
- Grundförderung: 30 %
- Geschwindigkeitsbonus: 16 %, bis 31.01.2027, danach sinkend
- Einkommensbonus: bis 40 % (bei bis zu 30.000 € Haushaltseinkommen)
- Förderfähige Kosten: maximal 28.000 € für die erste Wohneinheit
- Maximaler Zuschuss: 22.400 €
Der Bericht nennt den 1. Februar 2027 als nächste Stufe der Heizungsförderung. Wer den Bonus mitnehmen will, sollte Angebote also jetzt einholen und Fristen mit dem Fachbetrieb abstimmen. Die CO2-Pause ist dafür kein Argument zum Abwarten.
Gasheizung
Wer nur die Gastherme tauschen will, zahlt typischerweise 8.500 € (6.650 € – 11.100 €). Zwei Punkte sollten Sie einkalkulieren:
- Eine reine Gas-Brennwertheizung gehört nicht zu den Maßnahmen der KfW-Förderung 458.
- Nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (seit 29.07.2026) müssen neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen ab 1. Januar 2029 mindestens 10 % klimaneutrale Brennstoffe nutzen. Ab 2030 sind es 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Die Details der Grüngasquote sollen bis 1. Dezember 2026 festgelegt werden.
Das kann künftige Brennstoffkosten beeinflussen. Seriös beziffern lässt sich das heute nicht.
Weniger Verbrauch zuerst
Jede eingesparte Kilowattstunde senkt die CO2-Kosten bei fossilen Heizungen, egal wie der Preis ausfällt. Zwei typische Maßnahmen:
- Fassadendämmung: typisch 27.000 €, Spanne 21.100 € – 35.100 € (150 m²). Ratgeber: Fassadendämmung.
- Fenstertausch: typisch 4.800 €, Spanne 3.750 € – 6.250 € (sechs Fenster). Ratgeber: Fenstertausch.
Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle gibt das BAFA 15 % Zuschuss. Mit individuellem Sanierungsfahrplan kommen 5 % hinzu, der iSFP-Bonus gilt aber nur bei Vorhaben ab 30.000 €.
So rechnen wir
Unsere Preise setzen sich aus Arbeitsstunden × regionalen Stundensätzen plus Material zusammen. Wir gleichen sie mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Der CO2-Preis fließt nicht in diese Einbaukosten ein. Er wirkt sich auf Ihre laufenden Heizkosten aus.
Was Sie jetzt tun können
- Lesen Sie Ihren Jahresverbrauch ab und rechnen Sie mit dem oberen Ende des Korridors.
- Prüfen Sie mit einer Energieberatung, ob Dämmung oder Heizungstausch zuerst sinnvoll ist.
- Holen Sie mehrere Angebote ein und klären Sie die Förderfristen schriftlich.
- Legen Sie Angebote in unser „Ist mein Angebot fair?“-Tool, bevor Sie unterschreiben.
Arbeiten an Gas- und Elektroanlagen dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Wenn die Förderung nicht greift, können Sie nach § 35a EStG 20 % der Arbeitskosten absetzen, maximal 1.200 € pro Jahr.