Heizungsförderung: Rekordnachfrage, was das für Ihre Kosten heißt
Die KfW-Zusagen für Heizungen liegen weit über dem Vorjahr. Wir ordnen ein, was das für Wärmepumpe, Gastherme und Photovoltaik kostet.
Die Nachfrage nach der Heizungsförderung bleibt hoch: Im September 2026 gab es zwar weniger Zusagen als im Vormonat, aber deutlich mehr als vor einem Jahr. Wer jetzt plant, sollte die Förderung vor Vertragsabschluss und Arbeitsbeginn sauber klären. Unsere Kostenschätzung für die Wärmepumpe liegt aktuell bei 27.000 € (typisch, brutto), die Spanne bei 21.000 € – 35.100 €.
Was gemeldet wurde
Laut TGA+E Fachplaner sank die Nachfrage bei der KfW-Heizungsförderung als Einzelmaßnahme im September gegenüber dem Rekordniveau der beiden Vormonate (−16,6 % gegenüber August). Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Projektzusagen insgesamt um 27,5 %, bei Wärmepumpen um 34,3 %.
Weitere Zahlen aus dem Bericht:
- Von Januar bis Ende September 2026 lagen die Zusagen insgesamt 48,1 % über dem Vorjahreszeitraum, bei Wärmepumpen 58,1 %.
- Von Oktober 2025 bis Ende September 2026 gab es 444.274 Zusagen, davon 401.357 für Wärmepumpen. Im Zeitraum davor waren es 322.015 beziehungsweise 267.271.
- Seit April 2026 liegen Wärmepumpen bei den Zusagen nach Wärmeerzeugern über 90 %.
- Der Juli-Monat, in dem die Antragstellung kurz ausgesetzt wurde, war laut Bericht trotzdem der bisher stärkste seit Programmstart im Februar 2024.
Als Hintergrund nennt die Quelle die deutliche Verteuerung fossiler Brennstoffe seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar 2026. Die erhöhte Nachfrage besteht demnach seit sieben Monaten.
Was das für Sie bedeutet
Die Zahlen beschreiben die Nachfrage, nicht die Preise. Wir können daraus keine Preisentwicklung ableiten. Praktisch heißt das aber: Gefragte Fachbetriebe haben tendenziell volle Auftragsbücher. Holen Sie früh mehrere Angebote ein und planen Sie Vorlaufzeiten ein.
Wichtig für die Reihenfolge laut Bericht: Der Antrag muss grundsätzlich vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Der Liefer- oder Leistungsvertrag braucht dafür eine auflösende oder aufschiebende Bedingung der Förderzusage. Verbindlich reserviert ist der Zuschuss erst mit der Zusage der KfW. Danach haben Sie 36 Monate für den Heizungstausch.
Förderung und Kosten im Überblick
Nach unserem Faktenstand gilt für die KfW-Heizungsförderung 458 seit 21.07.2026:
- Grundförderung 30 %
- Geschwindigkeitsbonus 16 % bis 31.01.2027, danach sinkend
- Einkommensbonus bis 40 % (bis 30.000 € Haushaltseinkommen)
- förderfähige Kosten maximal 28.000 € für die erste Wohneinheit, maximal 22.400 € Zuschuss
Gefördert werden unter anderem elektrische Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie und Wärmenetzanschlüsse. Eine reine Gas-Brennwertheizung gehört nicht dazu.
| Projekt | Typische Kosten (brutto) | Spanne |
|---|---|---|
| Wärmepumpe (8 kW) | 27.000 € | 21.000 € – 35.100 € |
| Gastherme austauschen (24 kW) | 8.500 € | 6.650 € – 11.100 € |
| Photovoltaik (6 kWp) | 9.350 € | 7.300 € – 12.200 € |
Unsere Preise sind Bruttopreise inklusive 19 % MwSt.; bei Photovoltaik bis 30 kWp auf Wohngebäuden fallen 0 % MwSt. an (inklusive Speicher).
Wärmepumpe
Hier greift die Förderung direkt. Wie viel Zuschuss Sie tatsächlich erhalten, hängt von Bonus und Haushaltseinkommen ab. Rechnen Sie ihn von den förderfähigen Kosten aus, nicht vom Endpreis. Details und Einflussfaktoren finden Sie in unserem Kostenratgeber: Wärmepumpe.
Gastherme
Wer bei einer Gastherme bleibt, bekommt dafür keine KfW-Förderung. Seit 29.07.2026 gilt zudem das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG); die 65-%-Regel ist entfallen. Für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt die Biotreppe: ab 01.01.2029 mindestens 10 % klimaneutrale Brennstoffe, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Die Details der Grüngasquote sollen bis 01.12.2026 festgelegt werden. Rechnen Sie die möglichen Folgekosten mit ein. Unsere Zahlen zum Austausch: Gastherme austauschen.
Photovoltaik
Eine Solaranlage ergänzt die Wärmepumpe sinnvoll. Die Kosten für verschiedene Speichergrößen zeigt der Vergleich:
| Material | Typisch | Übliche Spanne | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Ohne Speicher | 8.000 € | 6.250 € – 10.400 € | – |
| 5 kWh Speicher | 9.350 € | 7.300 € – 12.200 € | – |
| 10 kWh Speicher | 10.700 € | 8.350 € – 13.900 € | – |
| 13,5 kWh Speicher | 11.700 € | 9.100 € – 15.100 € | – |
Mehr dazu: Photovoltaik.
So prüfen Sie Angebote
Wir berechnen unsere Preise aus Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Material und gleichen sie mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Liegt Ihr Angebot deutlich darüber oder darunter, hilft unser Angebots-Check („Ist mein Angebot fair?“). Achten Sie außerdem darauf, dass Arbeiten an Gas- und Elektroanlagen nur durch eingetragene Fachbetriebe erfolgen dürfen.
Für Handwerkerleistungen gilt die Steuerermäßigung nach § 35a EStG (20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr) nur, wenn die Maßnahme nicht gefördert wird. Sie können also nicht beides für dieselbe Arbeit nutzen.