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Handwerkerkosten steigen: Was das für Ihre Renovierung bedeutet

Importpreise für Energie und Metalle schießen laut Handwerksblatt in die Höhe – wir zeigen, wie sich das auf Dach-, Dämm- und Elektroarbeiten auswirkt.

Wer gerade ein Dach neu eindecken, die Fassade dämmen oder die Elektrik erneuern lassen will, sollte mit höheren Angeboten rechnen. Laut einem Bericht des Deutschen Handwerksblatts sind die Importpreise im August 2026 um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – der stärkste Anstieg seit Dezember 2022. Importierte Energie verteuerte sich laut dem Bericht um 43 Prozent, Vorleistungsgüter um elf Prozent.

Was laut Handwerksblatt genau teurer wird

Besonders deutlich schlägt die Energie zu Buche: Strom war im August 2026 laut dem Bericht um 63,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, Erdgas um 41,9 Prozent, Diesel und leichtes Heizöl um 80,9 Prozent und Benzin um 52,1 Prozent. Auch Metalle, die in vielen Gewerken verarbeitet werden, sind laut destatis-Zahlen im Artikel deutlich teurer geworden: Kupfer und Halbzeug daraus um 38,1 Prozent, Aluminium und entsprechende Halbzeuge um 22,3 Prozent.

Das Handwerksblatt beschreibt, wie sich das in der Praxis auswirkt. Ein Dachdecker berichtete demnach bereits im April 2026 dem Fachmagazin DDH, dass die Preise für Bitumen und Dämmstoffe zunächst um 10 bis 15 Prozent gestiegen seien, mit weiteren angekündigten Aufschlägen von 12 bis 18 Prozent für Anfang Mai. Eine im Artikel genannte Modellrechnung zeigt, wie schnell das die Kalkulation eines Betriebs kippen kann: Bei einem Auftrag mit angenommenen 100.000 Euro Umsatz und 95.000 Euro kalkulierten Kosten, davon 30.000 Euro für Material, reichen 20 Prozent höhere Materialkosten, um aus 5.000 Euro geplantem Gewinn einen Verlust von 1.000 Euro zu machen.

Hinzu kommen laut einer im Mai veröffentlichten ZVDH-Umfrage unter mehr als 900 Innungsbetrieben Lieferverzögerungen, von denen zwei Drittel der Teilnehmer berichteten – teils mit unterbrochenen Baustellen. Gleichzeitig zeigt der ZDH-Konjunkturbericht für das zweite Quartal laut dem Artikel negative Umsatzindikatoren bei gleichzeitig vierjahreshohem Absatzpreisindikator: Betriebe stehen also zwischen Preiserhöhungen, die Kunden abschrecken könnten, und stillem Gewinnschwund.

Was das für Ihr Projekt bedeutet

Für Hausbesitzer heißt das vor allem eines: Ein Angebot, das vor einigen Monaten kalkuliert wurde, kann heute nicht mehr gelten, und neue Angebote dürften die höheren Einkaufspreise bereits einpreisen.

Am stärksten betroffen sind Gewerke mit hohem Material- und Energieanteil:

  • Dach neu eindecken: Bitumenbahnen, Dämmstoffe und der Energieaufwand für Transport und Verarbeitung verteuern sich. Eine Neueindeckung liegt in unserem Kostenmodell je nach Ausführung zwischen 12.900 € und 28.200 €, typisch bei 16.000 €. Dach neu eindecken
  • Fassadendämmung: Dämmstoffe sind laut dem Bericht direkt von den Preissprüngen betroffen. Wir kalkulieren eine typische Fassadendämmung mit 21.100 € – 35.100 €. Fassadendämmung
  • Elektroarbeiten: Steigende Kupfer- und Aluminiumpreise treffen Kabel und Leitungen besonders bei größeren Mengen. Eine komplette Elektrosanierung liegt bei uns typischerweise bei 11.000 €. Elektrik erneuern
  • Heizung und Wärmepumpe: Höhere Strom- und Gaspreise erhöhen zwar nicht direkt die Einbaukosten, machen die laufenden Betriebskosten aber zu einem wichtigeren Faktor bei der Wahl der Heizlösung. Eine Wärmepumpe liegt bei uns typischerweise bei 27.000 €. Wärmepumpe

Wie wir unsere Preise berechnen

Unsere Richtpreise entstehen aus Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Materialkosten, abgeglichen mit Marktpreisen und echten Angeboten. Wenn Rohstoff- oder Energiepreise so schnell steigen wie derzeit, aktualisieren wir unser Modell entsprechend – ein Angebot, das deutlich über unserer Spanne liegt, muss also nicht automatisch überteuert sein, kann aber auch ein Hinweis auf einen unseriösen Zuschlag sein.

Genau deshalb lohnt sich ein Blick in unser Tool „Ist mein Angebot fair?", bevor Sie unterschreiben. Es hilft einzuordnen, ob ein Angebot die aktuelle Marktlage realistisch abbildet oder ob der Aufschlag unverhältnismäßig hoch ausfällt.

Praktische Tipps für Auftraggeber

  • Angebote zeitnah einholen und vergleichen. Weil Preisrunden laut dem Bericht in kurzen Abständen aufeinanderfolgen können, verlieren ältere Angebote schneller ihre Gültigkeit.
  • Nach der Preisbindung fragen. Klären Sie, wie lange ein Angebot gilt und ob Material- oder Energiepreisanpassungen vertraglich vorgesehen sind.
  • Lieferzeiten realistisch einplanen. Verzögerungen bei Material können laut dem Bericht zusätzliche Anfahrten und Umplanungen nach sich ziehen – das sollten Sie bei der Terminplanung berücksichtigen.
  • Geförderte Maßnahmen prüfen. Bei Heizungstausch oder Dämmung können Zuschüsse einen Teil der gestiegenen Kosten auffangen – lassen Sie sich vom Betrieb die aktuell gültigen Förderbedingungen nennen.

Steigende Einkaufspreise bedeuten nicht, dass jedes höhere Angebot gerechtfertigt ist. Mit einem aktuellen Vergleich unserer Richtpreise und einem Check über unser Angebots-Tool behalten Sie auch in diesem Marktumfeld den Überblick.

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