Fenster tauschen: Kosten für Kunststoff, Holz, Alu und Holz-Alu
Was sechs neue Fenster mit Kunststoff-, Aluminium-, Holz- oder Holz-Alu-Rahmen kosten, was 3-fach- statt 2-fach-Verglasung ausmacht und was die BAFA zahlt.
Sechs neue Fenster mit Kunststoffrahmen und 3-fach-Verglasung kosten inklusive Ausbau der alten Fenster, Einbau und 19 % MwSt. typisch 4.800 €. Mit Holzrahmen sind es 6.400 €, mit Aluminium 6.500 € und mit Holz-Aluminium 7.750 €. Wer bei Kunststoff 2-fach- statt 3-fach-Verglasung wählt, zahlt 4.450 €. Die BAFA bezuschusst den Fenstertausch mit 15 %.
Die Rahmenmaterialien im Vergleich
| Material | Typisch | Übliche Spanne | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Kunststoff (PVC) | 4.800 € | 3.750 € – 6.250 € | 25-35 Jahre |
| Holz | 6.400 € | 5.000 € – 8.350 € | 30-60 Jahre |
| Aluminium | 6.500 € | 5.050 € – 8.450 € | 30-45 Jahre |
| Holz-Aluminium | 7.750 € | 6.050 € – 10.100 € | 40-60 Jahre |
Alle Zeilen gelten für dasselbe Projekt: sechs zweiflügelige Dreh-Kipp-Fenster von etwa 1,2 × 1,4 m, 3-fach verglast, von innen erreichbar, ohne Gerüst. Nur der Rahmen wechselt. Wir berechnen die Preise aus Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Material und gleichen sie mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Im Kostenratgeber Fenstertausch können Sie Anzahl und Region anpassen.
Was im Preis enthalten ist
- Ausbau der alten Fenster samt Rahmen, Abtransport
- Lieferung und Einbau der neuen Fenster
- Abdichtung der Anschlussfuge in drei Ebenen: innen luftdicht, in der Mitte gedämmt, außen schlagregendicht
- neue Innenfensterbänke aus Naturstein
- Beiputzen der Laibungen innen und neuer Anstrich
Nicht enthalten sind Rollläden und Rollladenkästen, Außenfensterbänke, ein Gerüst oder Hubsteiger für obere Geschosse und die Deponiegebühren.
Kunststoff: günstig und pflegeleicht
Kunststofffenster sind in Deutschland die Regel, und das hat Gründe: Sie sind günstig, dämmen gut und brauchen keinen Anstrich. Mit Dekorfolie gibt es sie auch in Holzoptik. Die Lebensdauer liegt bei 25 bis 35 Jahren. Schwächen zeigen sich eher bei sehr großen Formaten und dunklen Farben, die sich in der Sonne stärker aufheizen.
Aluminium: schlank und stabil
Aluminiumrahmen mit thermischer Trennung sind stabil, erlauben schmale Profile und große Glasflächen und sind praktisch wartungsfrei. Sie kosten mehr als Kunststoff und halten 30 bis 45 Jahre. Ohne gute thermische Trennung kann sich am Rahmen innen Kondenswasser bilden, achten Sie deshalb auf den angegebenen Uw-Wert.
Holz: warm, aber mit Pflege
Holzfenster dämmen gut, sind reparierbar und passen zu Altbauten. Der Preis dafür ist Pflege: Die Außenseite braucht je nach Wetterseite alle paar Jahre einen neuen Anstrich. Gut gepflegt halten Holzfenster 30 bis 60 Jahre, vernachlässigt deutlich weniger.
Holz-Aluminium: das Beste aus beiden
Holz-Alu-Fenster haben innen Holz und außen eine Aluminiumschale als Wetterschutz. Innen haben Sie die Optik von Holz, außen keinen Pflegeaufwand. Sie sind die teuerste Variante, halten aber mit 40 bis 60 Jahren auch am längsten.
2-fach oder 3-fach verglast?
Die 3-fach-Verglasung ist heute bei Neubau und Sanierung üblich und in unserer mittleren Variante enthalten. Sie dämmt besser, die Scheibe innen bleibt wärmer, es zieht weniger am Fenster. Der Aufpreis gegenüber 2-fach ist der Unterschied zwischen 4.450 € und 4.800 € für sechs Kunststofffenster.
Die 2-fach-Verglasung kann sinnvoll sein, wenn das Budget knapp ist oder alte Fensteröffnungen nur schmale Rahmen zulassen. Beachten Sie aber: Förderfähig ist der Fenstertausch nur, wenn die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind. Das prüft der Energieberater, und mit 2-fach-Verglasung wird das in der Regel schwierig.
Förderung: 15 % Zuschuss
Neue Fenster sind eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Die BAFA zahlt 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) 5 % mehr, der iSFP-Bonus gilt aber nur bei Vorhaben ab 30.000 €. Ohne Förderung können Sie 20 % der Arbeitskosten von der Steuer abziehen, maximal 1.200 € pro Jahr (§ 35a EStG).
Was den Preis sonst noch verändert
- Größe und Form. Unsere Rechnung geht von Standardfenstern aus. Bodentiefe Elemente, Rundbögen oder Schrägen kosten deutlich mehr.
- Obergeschoss. Sind Fenster von innen nicht sicher zu wechseln, kommen Gerüst oder Hubsteiger dazu.
- Rollläden. Werden Rollladenkästen mit erneuert oder gedämmt, ist das ein eigener Posten, der schnell ins Gewicht fällt.
- Sicherheit und Schallschutz. Einbruchhemmende Beschläge oder Schallschutzglas an lauten Straßen erhöhen den Preis pro Fenster.
Tipps für den Fenstertausch
- Mit der Fassade planen. Wird die Fassade in den nächsten Jahren gedämmt, lassen sich die Fenster in die Dämmebene setzen. Das klären Sie am besten vorher.
- Lüften. Neue, dichte Fenster verändern das Raumklima. Fragen Sie nach einem Lüftungskonzept.
- Gleiche Werte vergleichen. Uw-Wert, Profiltiefe, Beschläge und Einbauart sollten in allen Angeboten gleich sein.
Ob Ihr Angebot im üblichen Rahmen liegt, prüfen Sie mit unserem Werkzeug „Ist mein Angebot fair?".