Warmwasser-Wärmepumpe: Laut Test in drei Jahren amortisiert
Stiftung Warentest hat fünf Warmwasser-Wärmepumpen geprüft – wir ordnen die Zahlen für den Austausch von Boiler oder Durchlauferhitzer ein.
Wer einen alten Durchlauferhitzer oder Elektroboiler gegen eine Warmwasser-Wärmepumpe tauscht, hat die Mehrkosten laut einem aktuellen Test der Stiftung Warentest in weniger als drei Jahren wieder drin. Für Hausbesitzer, die ohnehin über die Erneuerung ihrer Warmwasserbereitung nachdenken, ist das eine der konkretesten Zahlen, die bislang zu diesem Gerätetyp kursieren.
Was getestet wurde
Die Stiftung Warentest hat fünf Warmwasser-Wärmepumpen von Austria Email, Dimplex, Stiebel Eltron, Vaillant und Viessmann geprüft, alle mit einem Speichervolumen zwischen 260 und 300 Litern. Vier Geräte schnitten im Qualitätsurteil mit „gut" ab, eines mit „sehr gut". Geprüft wurde bei konstant 15 Grad Umgebungstemperatur und 55 Grad Solltemperatur, simuliert wurde der Verbrauch eines Drei- bis Fünf-Personen-Haushalts mit 25 Zapfvorgängen und rund 11,7 Kilowattstunden Energiebedarf pro Tag. Die Energieeffizienz floss zu 70 Prozent in die Bewertung ein, die Handhabung zu 20 Prozent.
Die Zahlen aus dem Test
Laut Stiftung Warentest kosten die geprüften Geräte im Schnitt rund 2.775 Euro, dazu kommen etwa 500 Euro für den Einbau. Ein Modellhaushalt mit 250 Litern Warmwasserbedarf pro Tag zahlt damit im Mittel 533 Euro Strom im Jahr – bei einem unterstellten Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde. Möglich macht das die hohe Effizienz: Die Pumpen erzeugen im Schnitt 3,25 Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom, während Elektroboiler und Durchlauferhitzer kaum mehr als eine Kilowattstunde Wärme je Kilowattstunde Strom schaffen.
Zwischen den Geräten liegen allerdings Welten: Das sparsamste Modell kommt im Betrieb auf 419 Euro im Jahr, das teuerste auf 615 Euro – macht über zehn Jahre fast 2.000 Euro Unterschied. Bemerkenswert laut Test: Das teuerste Gerät in der Anschaffung ist nicht automatisch auch das teuerste im Betrieb.
Wo sich der Umstieg lohnt – und wo nicht
Die Stiftung Warentest weist auf einen wichtigen Unterschied hin: Rechnet sich der Tausch eines zentralen Durchlauferhitzers oder Elektroboilers in unter drei Jahren, sieht die Rechnung anders aus, wenn eine Warmwasser-Wärmepumpe nur zusätzlich zu einer bestehenden Gas- oder Öltherme eingebaut werden soll. Bei einem Gaspreis von rund 12 Cent pro Kilowattstunde amortisiert sich die Investition dann laut Test auch nach 15 bis 20 Jahren nicht.
Vor dem Kauf lohnt laut Stiftung Warentest außerdem ein Blick auf den Aufstellort: Im Umluftbetrieb brauchen die Geräte ausreichend Luftzufuhr, sinnvoll sei ein Mindestraumvolumen von 20 Kubikmetern – also etwa ein zehn Quadratmeter großer Raum bei zwei Meter Deckenhöhe. Ein Modell im Test verlangt sogar 2,20 Meter Mindestdeckenhöhe, was in manchen alten Kellern zum Problem werden kann. Wer die Pumpe in einem feuchten Keller aufstellt, profitiert laut Test zugleich von einem Nebeneffekt: Sie entzieht der Luft Feuchtigkeit und kann so Schimmel vorbeugen.
Was das für Ihre Kosten bedeutet
Unser Kostenmodell für den Austausch der Warmwasserbereitung deckt aktuell klassische elektrische Lösungen ab – Durchlauferhitzer und elektrische Warmwasserspeicher –, nicht die im Test geprüften Warmwasser-Wärmepumpen selbst. Zur Einordnung: Ein Durchlauferhitzer für den reinen Gerätetausch liegt bei uns typischerweise bei 950 €, mit einer üblichen Spanne von 740 € – 1.250 €, je nachdem, ob es ein gleichwertiger Austausch ist oder ob zusätzlich ein neuer Stromkreis gelegt werden muss. Eine Warmwasser-Wärmepumpe liegt mit rund 2.775 Euro Gerätepreis plus Einbau laut Testdaten deutlich darüber – die niedrigeren Betriebskosten sollen diese Mehrkosten aber laut Stiftung Warentest innerhalb weniger Jahre ausgleichen.
Wer ohnehin eine größere Heizungserneuerung plant statt nur die Warmwasserbereitung zu tauschen, findet die passenden Richtwerte in unserem Wärmepumpe. Bei einer solchen Investition lohnt sich ohnehin der Vergleich mehrerer Angebote – unser „Ist mein Angebot fair"-Tool hilft dabei einzuschätzen, ob ein konkretes Angebot im marktüblichen Rahmen liegt.
Vor dem Kauf prüfen
Wie bei jeder Modernisierung der Haustechnik gilt: Arbeiten an Elektro- und Gasanlagen dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Wer sich für den Umstieg entscheidet, sollte neben dem Anschaffungspreis auch den Aufstellort, die nötige Raumhöhe und den tatsächlichen Warmwasserbedarf im eigenen Haushalt mit einplanen – die große Spanne der Jahresbetriebskosten im Test zeigt, dass sich ein genauer Blick auf das jeweilige Gerät lohnt, bevor eine Kaufentscheidung fällt.