Dacheindeckung: Kosten nach Material von Beton bis Schiefer
Was eine neue Dacheindeckung mit Betondachsteinen, Tondachziegeln, Biberschwanz, Faserzement, Metall, Kupfer oder Schiefer kostet und wie lange sie hält.
Eine neue Dacheindeckung für ein Satteldach mit 120 m² kostet mit Tondachziegeln typisch 16.000 €, mit Betondachsteinen 14.400 € und mit Naturschiefer 22.400 €. Das sind Komplettpreise inklusive 19 % MwSt., mit Gerüst, Abriss, Unterdeckbahn, Lattung, neuer Dachentwässerung und Anschlüssen. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Material ist groß, aber er relativiert sich, wenn Sie die Lebensdauer dazunehmen.
Alle Materialien im Vergleich
| Material | Typisch | Übliche Spanne | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Betondachsteine | 14.400 € | 11.300 € – 18.800 € | 30-50 Jahre |
| Metalldach (Stahl) | 15.700 € | 12.200 € – 20.400 € | 40-70 Jahre |
| Tondachziegel | 16.000 € | 12.500 € – 20.800 € | 50-80 Jahre |
| Biberschwanz | 16.900 € | 13.200 € – 21.900 € | 60-100 Jahre |
| Faserzement | 16.900 € | 13.200 € – 22.000 € | 30-40 Jahre |
| Kupfer | 19.600 € | 15.300 € – 25.500 € | 80+ Jahre |
| Naturschiefer | 22.400 € | 17.500 € – 29.100 € | 100+ Jahre |
Alle Zeilen beschreiben dasselbe Dach: 120 m² geneigte Fläche, einfaches Satteldach, tragfähiger Dachstuhl. Nur die Eindeckung wechselt. Die Preise berechnen wir aus Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Material und gleichen sie mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. In unserem Kostenratgeber Dach neu eindecken können Sie Fläche und Region anpassen.
Was in jedem Preis steckt
Die Eindeckung selbst ist nur ein Teil der Rechnung. In allen Varianten enthalten sind:
- Gerüst mit Auf- und Abbau und einem Monat Standzeit
- Abdecken der alten Eindeckung samt First, Entsorgung per Container
- Rückbau der alten Rinnen, Fallrohre und Bleche
- Unterdeckbahn als zweite wasserführende Ebene, Konter- und Traglattung
- neue Dachrinnen und Fallrohre aus beschichtetem Aluminium
- Kupferanschlüsse an Schornstein, Wänden und Kehlen
- Anschlagpunkte mit Sicherungsseil auf dem First für spätere Arbeiten
Nicht enthalten sind Reparaturen an Sparren und Schalung, Dachfenster, Schneefanggitter, der Neuaufbau des Schornsteins und die Deponiegebühren. Gerade die Arbeiten am Dachstuhl zeigen sich oft erst nach dem Abdecken. Planen Sie dafür einen Puffer ein.
Betondachsteine: das günstigste Steildach
Betondachsteine kosten im Material am wenigsten und lassen sich schnell verlegen. Ihre Oberfläche verwittert mit den Jahren, Moos setzt leichter an, und die Farbe verblasst. Mit einer Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren sind sie eine vernünftige Wahl, wenn das Budget knapp ist oder das Haus in absehbarer Zeit verkauft wird.
Tondachziegel: der Standard
Der Tondachziegel ist in den meisten Regionen die übliche Eindeckung und deshalb unsere mittlere Variante. Er ist farbecht, pflegeleicht und hält 50 bis 80 Jahre. Der Aufpreis gegenüber Beton ist moderat, weil der größte Teil der Kosten ohnehin auf Gerüst, Unterdach und Entwässerung entfällt.
Biberschwanz: mehr Ziegel, mehr Arbeit
Der Biberschwanz ist ein flacher Ziegel, der in Doppel- oder Kronendeckung verlegt wird. Pro Quadratmeter braucht es deutlich mehr Ziegel als beim Falzziegel, und jede Reihe wird einzeln gelegt. Das treibt Material- und Arbeitskosten. Dafür hält das Dach 60 bis 100 Jahre und passt zu Altbauten, bei denen oft auch der Denkmalschutz mitredet.
Faserzement: leicht, aber kürzere Lebensdauer
Faserzementplatten sind leicht und eignen sich für Dächer, deren Dachstuhl keine schwere Eindeckung trägt. Sie werden genagelt und gehängt, was mehr Arbeitszeit bedeutet als bei Dachsteinen. Mit 30 bis 40 Jahren haben sie die kürzeste Lebensdauer im Vergleich.
Metall und Kupfer
Ein Metalldach aus beschichtetem Stahl ist leicht, schnell montiert und eignet sich auch für flach geneigte Dächer. Es hält 40 bis 70 Jahre. Kupfer liegt preislich deutlich höher, entwickelt mit der Zeit seine typische Patina und hält 80 Jahre und mehr. Bei Metalldächern sollten Sie im Angebot auf die Unterkonstruktion und den Schallschutz achten, denn Regen ist unter Blech lauter als unter Ziegeln.
Naturschiefer: teuer, aber für Generationen
Naturschiefer ist die teuerste Eindeckung. Jede Platte wird von Hand zugerichtet und einzeln befestigt, das erfordert viel Erfahrung. Dafür hält ein Schieferdach über 100 Jahre. Für die Gesamtrechnung heißt das: Auf die Jahre umgelegt ist Schiefer weniger teuer, als der Anschaffungspreis vermuten lässt.
Kosten pro Jahr Nutzungsdauer
Teilen Sie den typischen Preis durch die Lebensdauer, dann sieht der Vergleich anders aus. Betondachsteine sind in der Anschaffung am günstigsten, müssen aber früher wieder runter, und bei jeder Neueindeckung fallen Gerüst, Abriss und Entsorgung erneut an. Wer lange im Haus bleiben will, fährt mit Ton oder Schiefer oft besser.
Förderung und Steuern
Die reine Neueindeckung wird in der Regel nicht gefördert. Wird das Dach dabei gedämmt, ist das eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle: Die BAFA zahlt dafür 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) 5 % mehr, wobei der iSFP-Bonus nur bei Vorhaben ab 30.000 € gilt. Für nicht geförderte Arbeiten können Sie 20 % der Arbeitskosten steuerlich geltend machen, maximal 1.200 € pro Jahr (§ 35a EStG). Lassen Sie sich die Lohnkosten im Angebot deshalb getrennt ausweisen.
Worauf Sie beim Angebot achten
- Gleiche Leistung. Vergleichen Sie Angebote nur, wenn Gerüst, Unterdeckbahn, Lattung und Entwässerung überall enthalten sind.
- Formteile. First-, Ort- und Lüftungsziegel sind beim Ziegeldach ein relevanter Posten.
- Eventualpositionen. Ein seriöses Angebot nennt Preise für ausgetauschte Sparren oder Schalung pro Meter oder Quadratmeter.
Ob Ihr Angebot im üblichen Rahmen liegt, prüfen Sie mit unserem Werkzeug „Ist mein Angebot fair?".