Kostenratgeber › Ratgeber & News › Heizung, Kühlung & Energie

Ratgeber

Gastherme austauschen: Was der Schornstein-Einsatz extra kostet

Was eine neue Gastherme inklusive Abgasleitung kostet, wann die Schornsteinsanierung fällig wird und welcher Gerätetyp zu Ihrem Haus passt.

Eine neue Gastherme kostet bei uns typischerweise 8.500 € (Spanne 6.650 € – 11.100 €). Kommt ein Schornstein-Einsatz für das Brennwertgerät hinzu, steigt der Preis auf 10.000 €, gerechnet mit dem mittleren Gerätetyp. Ob Sie diese Zusatzarbeit brauchen, hängt vor allem von Ihrem vorhandenen Kamin ab.

Warum der alte Schornstein oft nicht mehr passt

Ein älterer Heizkessel arbeitet mit heißen Abgasen, die von selbst im Kamin aufsteigen. Ein Brennwertgerät holt dagegen zusätzlich Wärme aus dem Abgas und kühlt es dabei stark ab. Dabei entsteht Kondensat, das leicht sauer ist.

Ein gemauerter Kamin ohne Auskleidung kann diese feuchten, kühlen Abgase nicht zuverlässig abführen. Die Feuchtigkeit zieht ins Mauerwerk, es drohen Durchfeuchtung und Schäden. Deshalb wird bei der Umstellung auf Brennwert meist ein Einsatz aus Kunststoff oder Edelstahl in den Schornstein gezogen. Das nennt man Schornstein- oder Kaminsanierung, auch Abgasleitung genannt.

Wann die Sanierung fällig wird – und wann nicht

Wir können Ihren Schornstein nicht aus der Ferne beurteilen. Als Faustregel gilt:

  • Fällig ist sie in der Regel, wenn Sie von einem älteren Standard- oder Niedertemperaturkessel auf Brennwert wechseln und der Kamin bisher nur gemauert und unausgekleidet ist.
  • Oft nicht nötig ist sie, wenn bereits ein geeigneter Abgasstrang vorhanden ist, etwa von einer früheren Brennwertanlage, oder wenn eine Luft-Abgas-Führung über die Außenwand möglich ist.
  • Im Zweifel entscheidet der Bezirksschornsteinfeger, der die Abgasanlage prüft und abnimmt, zusammen mit dem Fachbetrieb.

Lassen Sie sich vor der Angebotseinholung eine Einschätzung geben. So vergleichen alle Betriebe dieselbe Leistung.

Was die Sanierung zusätzlich kostet

Die Zusatzkosten sind beim Brennwert der größte Unsicherheitsfaktor im Angebot. So rechnen wir:

  • Arbeitsstunden × regionaler Stundensatz für das Einziehen des Rohres, den Anschluss und die Abnahmevorbereitung
  • Material: Einsatzrohr, Mündungsabdeckung, Anschlussstücke und Kondensatableitung
  • Mehraufwand bei hohen Kaminen oder verwinkelten Zügen

Abgeglichen werden diese Annahmen mit Marktpreisen und echten Angeboten. Setzen Sie die Variante „gleiche Position, Standard-Abgasführung" gegen „Kamin auskleiden", sehen Sie den Aufpreis direkt:

  • Ohne Einsatz: 8.500 €
  • Mit Einsatz: 10.000 €

Welcher Gerätetyp passt?

Neben dem Schornstein beeinflusst der Gerätetyp den Preis. Die folgende Tabelle zeigt typische Kosten, Spannen und Lebensdauer:

Material Typisch Übliche Spanne Lebensdauer
Gas-Brennwert-Kombitherme 7.000 € 5.500 € – 9.150 € 12-15 Jahre
Brennwerttherme mit neuem Warmwasserspeicher (120-150 l) 8.500 € 6.650 € – 11.100 € 15-20 Jahre
Bodenstehender Gas-Brennwertkessel mit Speicher 9.850 € 7.650 € – 12.800 € 18-25 Jahre

Kurz eingeordnet:

  • Kombitherme (wie bisher): Sinnvoll, wenn Sie bereits eine Therme mit Durchlauf-Warmwasser haben und Platz knapp ist. Typischerweise die günstigste Variante.
  • Wandgerät mit neuem Warmwasserspeicher: Lohnt sich bei hohem Warmwasserbedarf, etwa in Haushalten mit mehreren Bädern.
  • Stehendes Gerät mit Speicher: Braucht mehr Stellfläche und passt eher bei größeren Häusern mit Heizraum oder Keller.

Gesetzliche Lage: Das sollten Sie wissen

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (seit 29.07.2026) ist die 65-%-Regel entfallen. Für neu eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen gilt aber eine Biotreppe: ab 01.01.2029 mindestens 10 % klimaneutrale Brennstoffe, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Die Details der Grüngasquote sollen bis 01.12.2026 festgelegt werden. Planen Sie daher die Betriebskosten über die Jahre ein.

Beim Fördern gilt: Eine reine Gas-Brennwertheizung ist in der KfW-Heizungsförderung 458 nicht förderfähig. Förderfähig sind unter anderem Wärmepumpen, Biomasse und Solarthermie. Arbeiten an Gasanlagen dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Die Arbeitskosten können Sie unter Umständen nach § 35a EStG steuerlich geltend machen (20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, sofern nicht gefördert).

Alternative prüfen: Wärmepumpe

Steht ohnehin eine größere Entscheidung an, lohnt der Vergleich. Eine Wärmepumpe kostet typischerweise 27.000 € und kann mit Grundförderung von 30 % plus Boni bezuschusst werden (bis zu 22.400 € Zuschuss bei förderfähigen Kosten bis 28.000 €). Alle Details finden Sie in unserem Ratgeber: Wärmepumpe.

So prüfen Sie Ihr Angebot

  1. Fragen Sie, ob der Schornstein-Einsatz im Preis enthalten ist oder separat ausgewiesen wird.
  2. Lassen Sie sich die Einschätzung des Schornsteinfegers nennen.
  3. Vergleichen Sie Gerätetyp, Leistung und Speichergröße.
  4. Nutzen Sie unseren Angebotsprüfer („Ist mein Angebot fair?"), um die Summe mit unseren Werten abzugleichen.

Die Grundlagen zum Gerätetausch finden Sie in unserem Kostenratgeber: Gastherme austauschen. Wenn Sie in diesem Zug auch die Gebäudehülle angehen, lesen Sie Fassadendämmung.

Mehr aus der Redaktion