Heizspiegel 2026: Wärmepumpe bleibt günstigste Heizung, Heizöl zieht an
Laut Heizspiegel 2026 wird Heizöl 2026 deutlich teurer, Gas leicht günstiger – die Wärmepumpe bleibt mit Abstand die billigste Option.
Die Heizsaison hat begonnen, und laut dem aktuellen Heizspiegel bleibt die Wärmepumpe 2026 die günstigste Heizart – mit deutlichem Abstand zu Gas, Heizöl und Fernwärme.
Was co2online ermittelt hat
Nach Angaben von Netz Trends hat die gemeinnützige Organisation co2online zusammen mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund am 22. September 2026 den Heizspiegel 2026 veröffentlicht. Für eine Musterwohnung von 70 Quadratmetern in einem Mehrfamilienhaus rechnet der Heizspiegel für 2026 mit folgenden Kosten: Heizöl 1.275 Euro (nach 1.030 Euro 2025), Gas 1.120 Euro (nach 1.170 Euro 2025), Fernwärme 1.310 Euro und die Wärmepumpe 735 Euro. Zwischen der günstigsten und der teuersten Variante liegen laut Netz Trends gut 570 Euro im Jahr.
Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern nennt der Heizspiegel für Heizöl 2.745 Euro – ein Plus von 28 Prozent gegenüber 2025. Gas sinkt dort um 5 Prozent auf 1.930 Euro, während die Wärmepumpe um 3 Prozent auf 1.300 Euro steigt. Zwischen Gas und Wärmepumpe bleiben damit rund 630 Euro Unterschied pro Jahr.
Ergänzend verweist Netz Trends auf Zahlen des Statistischen Bundesamts: Haushalte zahlten im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 11,58 Cent je Kilowattstunde Gas, Haushalte mit kleinem Verbrauch unter 20 Gigajoule im Jahr sogar 15,17 Cent. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 ist das ein Anstieg von 80,7 Prozent. co2online warnt laut Netz Trends zudem, dass die Gaskosten gegen Ende 2026 oder 2027 wieder steigen könnten, weil höhere Großhandelspreise zeitversetzt bei Haushalten ankommen – hinzu kommen für 2027 vorläufige Gasnetzentgelte von 603,47 Euro netto für einen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden.
Nach Berechnungen von co2online könnten rund 90 Prozent aller Haushalte ihre Heizkosten noch senken, im Schnitt um etwa 465 Euro pro Jahr in einer Wohnung und etwa 1.000 Euro im Einfamilienhaus. co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz wird mit den Worten zitiert: "Das Zeitalter günstiger fossiler Heizenergie ist spätestens seit der Energiekrise vor vier Jahren vorbei."
Was das für Ihre Heizung bedeutet
Die Zahlen bestätigen einen Trend, den wir bei unseren Kalkulationen schon länger sehen: Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe liegen klar unter denen von Gas oder Öl, auch wenn die Anschaffung teurer ist. Eine Wärmepumpe mit rund 8 kW kostet bei uns typischerweise 27.000 €, mit einer Spanne von 21.000 € – 35.100 € je nach Gebäude und Aufstellung Wärmepumpe. Der Vergleich mit den Betriebskosten aus dem Heizspiegel zeigt, warum sich diese Investition für viele Haushalte über die Nutzungsdauer rechnet.
Wer stattdessen eine bestehende Gastherme austauschen muss, kalkuliert für ein Kombigerät typischerweise mit 8.500 €, mit Spielraum von 6.650 € – 11.100 € je nach Anbindung und Kaminsanierung Gastherme austauschen. Dabei lohnt ein Blick auf die Förderregeln: Die KfW-Heizungsförderung 458 unterstützt Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasseheizungen und ähnliche erneuerbare Systeme mit einer Grundförderung von 30 Prozent, einem Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozent bis zum 31. Januar 2027 und einem Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent bei einem Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro – maximal 22.400 Euro Zuschuss bei förderfähigen Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Eine reine Gas-Brennwertheizung fällt nicht unter diese Förderung. Wer eine neue Gas- oder Ölheizung einbaut, sollte außerdem die seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) geltende "Biotreppe" im Blick behalten: Ab 2029 müssen solche Anlagen schrittweise steigende Anteile klimaneutraler Brennstoffe nutzen.
Da ein großer Teil der im Heizspiegel genannten Einsparpotenziale laut co2online über Dämmung und Heizungsoptimierung erreicht wird, zahlt sich auch die Gebäudehülle aus. Eine Fassadendämmung kostet bei uns im Mittel 27.000 €, mit einer Spanne von 21.100 € – 35.100 € Fassadendämmung, ein Fenstertausch typischerweise 4.800 € (3.750 € – 6.250 €) Fenstertausch. Für beide Maßnahmen an der Gebäudehülle gibt es über BAFA einen Zuschuss von 15 Prozent, plus 5 Prozent mit individuellem Sanierungsfahrplan bei Vorhaben ab 30.000 Euro.
Wer unabhängig vom Heizsystem Stromkosten senken will, kann auch über eine Photovoltaikanlage nachdenken: Eine 6-kWp-Anlage liegt bei uns im Mittel bei 9.350 €, Spanne 7.300 € – 12.200 € Photovoltaik, aktuell ohne Mehrwertsteuer auf Anlagen bis 30 kWp.
Unsere Einschätzung
Unsere Kostenmodelle beruhen auf Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Material, abgeglichen mit Marktpreisen und echten Angeboten – nicht auf den Verbrauchsdaten des Heizspiegels. Die Richtung beider Quellen passt aber zusammen: Wer jetzt plant, eine fossile Heizung zu ersetzen oder die Gebäudehülle zu dämmen, sollte Anschaffungskosten, Förderung und die erwarteten Betriebskosten gemeinsam betrachten, nicht nur den Angebotspreis. Wenn Sie bereits ein Angebot vorliegen haben, prüfen Sie es am besten mit unserem "Ist mein Angebot fair"-Tool, bevor Sie unterschreiben.