PV-Förderung in Gefahr: Was das für Solarkosten bedeutet
Verbände warnen vor Einschnitten bei der Solarförderung 2026 – wir zeigen, was das für die Kosten einer Photovoltaikanlage bedeuten könnte.
Was ist passiert
Der Zubau von Solaranlagen auf deutschen Hausdächern verliert deutlich an Tempo. Nach einer Hochrechnung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden 2025 nur noch rund 453.800 neue Photovoltaik-Anlagen bis 30 Kilowatt im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur erfasst – 2023 waren es noch 793.800, wie infranken.de berichtet. Das entspricht einem Rückgang von rund 43 Prozent binnen zwei Jahren.
Gemeinsam mit zwölf weiteren Verbänden, von der Verbraucherzentrale Bundesverband bis zur Mittelständischen Wirtschaft, hat der BSW-Solar laut dem Bericht einen Appell veröffentlicht, der vor einer weiteren Verschlechterung der Förderbedingungen für 2026 warnt. BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig nennt eine solche Verschärfung in der aktuellen Marktlage "Gift".
Laut dem Bericht steht die Nachfrage in der Bevölkerung dem Rückgang entgegen: Eine YouGov-Umfrage, auf die sich der BSW-Solar laut infranken.de beruft, zeigt, dass rund acht von zehn Befragten wollen, dass die Bundesregierung den Ausbau der Solarenergie beschleunigt oder zumindest auf dem jetzigen Niveau hält – mit kaum einem Unterschied zwischen Wählern von CDU/CSU (86 Prozent) und SPD (88 Prozent).
Was als Nächstes droht
Dem Bericht zufolge sieht das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) keinen weiteren Förderbedarf für Photovoltaik mehr und erwägt, neue und kleine Anlagen künftig ganz aus der staatlichen Förderung herauszunehmen. Ihr Argument laut infranken.de: Kleine Dachanlagen rechneten sich auch ohne staatliche Unterstützung. Eine endgültige Entscheidung der Koalition steht laut dem Bericht noch aus.
Zusätzlich zitiert infranken.de aus einem laut Spiegel geleakten Entwurf eines "Netzpakets" vom 30. Januar: Darin sei vorgesehen, den Zubau neuer Dach-PV in Regionen mit Netzengpässen unattraktiver zu machen. Netzbetreiber sollen demnach von Betreibern neuer Anlagen künftig einen sogenannten Baukostenzuschuss verlangen können, mit dem sich Anlagenbetreiber an Optimierung, Verstärkung und Ausbau der Netze beteiligen. Wie hoch dieser Zuschuss ausfallen könnte, ist laut dem Bericht noch offen.
Sollte die Förderung tatsächlich wegfallen, rechnen die Verbände laut infranken.de damit, dass nur noch rund 12 Prozent der Haushalte mit geeignetem Dach eine Anlage installieren würden – deutlich weniger als heute.
Was das für die Kosten einer PV-Anlage bedeutet
Für alle Punkte zu Förderung und Steuern gilt bei uns ausschließlich das, was tatsächlich schon gilt – nicht, was diskutiert wird. Fest steht aktuell: Auf Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden, inklusive Batteriespeicher, gilt weiterhin ein Mehrwertsteuersatz von 0 Prozent. Das ist in unseren Preisen bereits eingerechnet – unsere Zahlen sind durchgehend Bruttopreise.
Nach unserem Modell kostet eine typische 6-kWp-Anlage im mittleren Preissegment aktuell 7.300 € – 12.200 € Euro, mit einem typischen Wert von 9.350 € Euro. Wer einen Speicher dazu möchte, zahlt je nach Größe entsprechend mehr – die Optionen reichen von keinem Speicher bis zu einer 13,5-kWh-Batterie; eine vollständige Übersicht liefert
| Material | Typisch | Übliche Spanne | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Ohne Speicher | 8.000 € | 6.250 € – 10.400 € | – |
| 5 kWh Speicher | 9.350 € | 7.300 € – 12.200 € | – |
| 10 kWh Speicher | 10.700 € | 8.350 € – 13.900 € | – |
| 13,5 kWh Speicher | 11.700 € | 9.100 € – 15.100 € | – |
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Diese Zahlen beruhen auf Arbeitsstunden multipliziert mit regionalen Stundensätzen plus Material, abgeglichen mit Marktpreisen und realen Angeboten aus unserer Datenbank. Der mögliche Baukostenzuschuss aus dem Netzpaket ist darin noch nicht enthalten, weil er weder beschlossen noch in seiner Höhe bekannt ist. Sollte er kommen, würde er die Investitionskosten zusätzlich zur eigentlichen Anlage erhöhen – unabhängig vom Marktpreis für Installation und Material, den wir hier abbilden.
Für Haushalte, die jetzt noch planen, ändert das vor allem eines: Tempo kann sich lohnen. Eine Förderung oder ein vorteilhafter Mehrwertsteuersatz, der heute gilt, muss morgen nicht mehr gelten. Wer sich für eine Anlage entscheidet, sollte Angebote wie gewohnt sorgfältig vergleichen – unser "Ist mein Angebot fair"-Tool hilft dabei, ein eingeholtes Angebot gegen marktübliche Preise zu prüfen, bevor man unterschreibt.
Mehr zu Preisen, Komponenten und Amortisation einer Solaranlage finden Sie in unserem Photovoltaik.