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Wärmepumpen-Strom im Test: Was die richtige Tarifwahl bringt

Laut Stiftung Warentest zahlt sich ein passender Wärmepumpentarif aus – wir zeigen, was das für die Kosten einer neuen Anlage bedeutet.

Wer eine Wärmepumpe betreibt oder sich eine anschaffen will, sollte sich mit speziellen Stromtarifen beschäftigen. Das legt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest nahe, die vier Monate lang Tarife für Haushalte mit separatem Wärmepumpen-Stromzähler verglichen hat.

Was Stiftung Warentest herausgefunden hat

Laut Stiftung Warentest ist der Vergleich von Wärmepumpen-Stromtarifen aufwendig, weil die Auswahl unter anderem davon abhängt, ob die Heizung vor oder nach 2024 in Betrieb genommen wurde und ob der Netzbetreiber ihre Leistung aus der Ferne steuern kann. In ihrem Vergleich fanden die Tester günstige Angebote für Haushalte mit eigenem Wärmepumpenzähler mit einem Durchschnittspreis von weniger als 22 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Für normale Haushaltsstrom-Tarife liegen die günstigsten Angebote für Neukunden laut Stiftung Warentest derzeit bei etwas mehr als 31 Cent pro Kilowattstunde. Die Tester weisen außerdem darauf hin, dass bis spätestens 2032 jeder Haushalt einen digitalen Stromzähler bekommt, manche davon einen Smart Meter – eine Voraussetzung für viele der verglichenen Sondertarife.

Ein separater Wärmepumpentarif lohnt sich also vor allem für Haushalte, die ihre Wärmepumpe über einen eigenen Zähler laufen lassen und bereit sind, sich durch die unterschiedlichen Regeln der Netzbetreiber zu arbeiten.

Warum das die Rechnung für neue Anlagen verändert

Für Hausbesitzer, die eine Wärmepumpe neu einbauen oder ersetzen wollen, ist die Botschaft einfach: Die Anschaffungskosten sind nur die halbe Rechnung. Der Stromtarif entscheidet maßgeblich darüber, wie schnell sich eine Anlage im laufenden Betrieb rechnet. Eine Differenz von rund 9 Cent pro Kilowattstunde zwischen einem Wärmepumpentarif und einem normalen Haushaltstarif macht bei mehreren Tausend Kilowattstunden Heizstrom im Jahr einen spürbaren Unterschied in der Betriebskostenrechnung – deutlich mehr, als sich durch die Wahl des Heizungsmodells allein einsparen lässt.

Bei den Investitionskosten selbst bewegen sich Wärmepumpen für ein typisches Einfamilienhaus je nach Ausführung zwischen 20.400 € für eine einfache Anlage und 32.300 € für eine Premium-Ausführung; im mittleren Segment liegt der typische Preis bei 27.000 €, mit einer üblichen Spanne von 21.000 € – 35.100 €. Wir berechnen diese Werte aus Arbeitsstunden × regionalen Stundensätzen plus Material und gleichen sie mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Mehr Details dazu finden Sie in unserem Wärmepumpe.

Fördergeld gibt es nur für die richtige Heizung

Wer eine neue Wärmepumpe plant, kann unter bestimmten Voraussetzungen die KfW-Heizungsförderung 458 nutzen: Seit dem 21.07.2026 beträgt die Grundförderung 30 Prozent, dazu kommt bis zum 31.01.2027 ein Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozent, der danach sinkt, sowie – bei einem Haushaltseinkommen bis 30.000 Euro – ein Einkommensbonus, der die Förderung auf bis zu 40 Prozent anheben kann. Förderfähig sind dabei maximal 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit, der maximale Zuschuss liegt bei 22.400 Euro. Wichtig: Gefördert werden unter anderem elektrische Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasseheizungen und Wärmenetzanschlüsse – eine reine Gas-Brennwertheizung fällt nicht darunter. Wer Handwerkerkosten ohne Förderung trägt, kann stattdessen über § 35a EStG 20 Prozent der Arbeitskosten absetzen, bis maximal 1.200 Euro im Jahr.

Eigenen Strom nutzen senkt die Abhängigkeit vom Tarif

Wer die Tarifsuche möglichst klein halten will, kann die Wärmepumpe teilweise mit eigenem Solarstrom versorgen. Eine Photovoltaikanlage mit Speicher kostet im mittleren Segment typischerweise 9.350 €, mit einer Spanne von 7.300 € – 12.200 € – auf Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden fällt dabei keine Mehrwertsteuer an, auch nicht auf den Speicher. Das ersetzt keinen günstigen Wärmepumpentarif für die Wintermonate, reduziert aber die Strommenge, die überhaupt zum Netztarif bezogen werden muss.

Unsere Einschätzung

Für Haushalte mit Wärmepumpe lohnt sich ein Blick auf spezielle Stromtarife, besonders wenn ein eigener Zähler ohnehin vorhanden oder geplant ist. Bei der Installation selbst sollten Sie nicht nur den Gerätepreis vergleichen, sondern auch prüfen, ob ein Angebot realistisch kalkuliert ist – nutzen Sie dafür gerne unseren "Ist mein Angebot fair"-Rechner, bevor Sie unterschreiben. Förderung und Stromtarif zusammen entscheiden am Ende darüber, wie schnell sich eine neue Wärmepumpe tatsächlich rechnet.

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