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Fassade verputzen: Kosten für Anstrich, Oberputz oder Neuputz

Was kostet es, die Fassade zu verputzen? Vier Putzsysteme im Vergleich, mit Preisbeispielen, Einfluss von Geschossen und Rissreparaturen.

Eine Fassade zu verputzen kostet bei einem typischen Einfamilienhaus (120 m²) in der Regel 7.650 € – 12.700 €, im Mittel 9.800 €. Die günstigste Lösung, ein reiner Neuanstrich auf tragfähigem Putz, liegt beim Einstiegspreis von 4.550 €; ein aufwendiges Komplettsystem erreicht 11.400 €. Alle Preise sind Bruttopreise inkl. 19 % MwSt.

Welche Zahl für Ihr Haus gilt, hängt weniger von der Fläche ab als von drei Entscheidungen: dem Putzsystem, den nötigen Reparaturen am Untergrund und der Geschosszahl. Darum vergleichen wir hier genau diese Stellschrauben.

Die vier Putzsysteme im Überblick

Wir rechnen für jedes System Arbeitsstunden × regionale Stundensätze plus Material und prüfen das Ergebnis gegen Marktpreise und echte Angebote. Die folgenden Werte gelten für ein Haus mit 120 m² Fassadenfläche, zwei Geschossen und normaler Vorbereitung:

System Was passiert Typische Kosten
Neuanstrich Reinigen, grundieren, streichen auf intaktem Putz 4.800 €
Oberputz Armierungsschicht mit Gewebe, neuer mineralischer Oberputz, gestrichen 9.800 €
Silikonharzputz Armierungsschicht mit Gewebe, Silikonharzputz 10.700 €
Komplett neu Alten Putz abschlagen, vollständig neu verputzen 15.100 €

Die vollständige Tabelle mit üblicher Spanne und Lebensdauer:

Material Typisch Übliche Spanne Lebensdauer
Fassadenanstrich auf tragfähigem Putz 4.800 € 3.750 € – 6.200 € 10-15 Jahre
Armierung und neuer mineralischer Oberputz, gestrichen 9.800 € 7.650 € – 12.700 € 30-50 Jahre
Armierung und Silikonharzputz 10.700 € 8.350 € – 13.900 € 30-50 Jahre
Altputz abschlagen und komplett neu verputzen 15.100 € 11.700 € – 19.600 € 30-50 Jahre

Welches System passt wann?

Neuanstrich: Sinnvoll, wenn der Putz fest sitzt, nicht hohl klingt und nur Haarrisse hat. Er frischt die Optik auf und schützt kurzfristig, behebt aber keine Schäden darunter. Wer ihn über einem bröckelnden Putz bestellt, zahlt doppelt.

Oberputz oder Silikonharzputz: Die Mittellösung für Fassaden mit sichtbaren Rissen oder verwittertem Anstrich, deren Untergrund aber tragfähig ist. Das Armierungsgewebe überbrückt feine Risse. Silikonharz ist unempfindlicher gegen Schmutz und Algen, mineralischer Putz diffusionsoffener. Fragen Sie im Angebot nach der Schichtdicke und dem Fabrikat.

Komplett neu: Nötig bei hohlliegendem, feuchtem oder großflächig abplatzendem Putz. Der Aufwand liegt im Abschlagen, Entsorgen und Neuaufbau.

Rissreparaturen: der größte versteckte Posten

Der Zustand des Untergrunds ist die häufigste Ursache für Abweichungen zwischen Richtpreis und Angebot. Wir unterscheiden drei Stufen:

  • Keine Reparaturen über die normale Vorbereitung hinaus
  • Kleinere Riss- und Ausbesserungsarbeiten
  • Umfangreiche Untergrundsanierung

Am Beispiel einer Silikonharzputz-Fassade (120 m², zwei Geschosse):

Zustand Kosten
Ohne Reparaturen 9.800 € (Referenz, Mittelwert aller Systeme)

Für die tatsächliche Wirkung rechnen Sie mit Ihrem Fall im Kostenrechner der Leistungsseite durch: Fassade verputzen. Wichtig: Lassen Sie Risse vor dem Angebot vom Fachbetrieb bewerten. Breite oder durchgehende Risse können auf Setzungen hindeuten. Dann gehört zuerst der Grund geklärt, etwa über die Fundamentsanierung (Fundamentsanierung), und erst danach die Fassade.

Geschosszahl: Gerüst und Arbeitszeit

Bungalow, zweigeschossiges Haus oder dreigeschossiges Haus: Mit jedem Geschoss steigen Gerüstkosten, Materialtransport und Arbeitszeit je Quadratmeter. Ein Bungalow ist deutlich günstiger zu verputzen als ein Haus mit drei Geschossen gleicher Wandfläche, weil das Gerüst kleiner ausfällt und die Arbeit bequemer ist. Prüfen Sie im Angebot, ob das Gerüst separat ausgewiesen ist.

Preisbeispiele für ein Einfamilienhaus

  • Gepflegtes Haus, Putz intakt: Neuanstrich, im Bereich von 4.550 €
  • Haus mit feinen Rissen, verwittert: Oberputz oder Silikonharz, rund 9.800 €
  • Altbau mit Putzschäden: Komplett neu, am oberen Ende der Spanne bis 11.400 €

Wenn gedämmt werden soll: Vorsicht bei der Putzerneuerung

Wird der Außenputz abgeschlagen und neu aufgebracht und betrifft das mehr als 10 % der Außenwandflächen des Gebäudes, schreibt das GModG (Anlage 7) für die betroffenen Wandflächen einen Höchstwert der Wärmedurchgangs von 0,24 W/(m²K) vor. Ausgenommen sind Wände, die nach dem 31.12.1983 errichtet oder nach Energiesparvorgaben erneuert wurden. Wer komplett neu verputzt, muss deshalb in vielen Fällen ohnehin dämmen. Das Gerüst nur einmal zu zahlen ist dann ein Vorteil; vergleichen Sie die Kosten der Fassadendämmung. Ein reiner Neuanstrich löst diese Pflicht nicht aus.

Fördermöglichkeiten: Für Dämmung an der Gebäudehülle gibt es über die BAFA 15 % Zuschuss (+5 % mit individuellem Sanierungsfahrplan, iSFP-Bonus nur bei Vorhaben ab 30.000 €). Ein Putzanstrich allein ist nicht Teil davon. Für Handwerkerleistungen können Sie, wenn nicht gefördert, 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 € pro Jahr) nach § 35a EStG steuerlich ansetzen.

So prüfen Sie ein Angebot

  1. Klopfprobe und Befund: Verlangen Sie eine schriftliche Einschätzung des Untergrunds.
  2. System benennen lassen: „Verputzen“ kann Anstrich oder Neuaufbau heißen.
  3. Gerüst, Entsorgung, Sockel und Fensterbänke: Stehen diese Posten im Angebot?
  4. Vergleichen Sie mehrere Angebote und nutzen Sie unseren Angebotscheck („Ist mein Angebot fair?“), um die Positionen mit unseren Richtwerten abzugleichen.

Auch ein Blick auf das Dach lohnt: Steht bald eine Erneuerung an, spart ein gemeinsames Gerüst Geld, siehe Dach neu eindecken.

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