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Silikonharzputz oder Mineralputz: Was kostet welche Fassade?

Preisvergleich für Silikonharz- und Mineralputz an der Fassade – was Sie wirklich zahlen und wann sich die teurere Variante lohnt.

Für einen neuen Oberputz mit mineralischem Material und Gewebespachtel zahlen Sie im Schnitt 9.800 €. Mit Silikonharzputz auf derselben Fassade liegen Sie bei 10.700 € – also deutlich mehr für denselben Arbeitsschritt. Der Aufpreis steckt im Material, nicht in der Arbeitszeit: Silikonharz ist wasserabweisender und hält Algen und Pilze länger fern, kostet dafür pro Eimer mehr als mineralischer Putz.

Warum Silikonharzputz teurer ist

Mineralischer Putz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab – gut für den Feuchtehaushalt der Wand, aber anfällig für Algenbewuchs an schattigen oder wenig besonnten Fassaden. Silikonharzputz ist hydrophobiert: Wasser perlt ab, die Oberfläche bleibt trockener und damit unattraktiver für Algen. Dafür ist das Bindemittel aufwendiger herzustellen, und genau dieser Materialunterschied erklärt den Preisabstand – nicht die Anzahl der Arbeitsstunden, die bei beiden Systemen ähnlich ist.

Alle Putzsysteme im Vergleich

Je nachdem, ob Sie nur neu anstreichen, einen neuen Oberputz aufbringen oder die Fassade komplett abschlagen und neu aufbauen lassen, ändert sich die Kostenstruktur deutlich:

Material Typisch Übliche Spanne Lebensdauer
Fassadenanstrich auf tragfähigem Putz 4.800 € 3.750 € – 6.200 € 10-15 Jahre
Armierung und neuer mineralischer Oberputz, gestrichen 9.800 € 7.650 € – 12.700 € 30-50 Jahre
Armierung und Silikonharzputz 10.700 € 8.350 € – 13.900 € 30-50 Jahre
Altputz abschlagen und komplett neu verputzen 15.100 € 11.700 € – 19.600 € 30-50 Jahre

Ein reiner Anstrich auf intaktem Altputz ist die günstigste Option, bringt aber keine neue Armierung und keine verbesserte Wasserabweisung. Die komplette Erneuerung ist am teuersten, weil alter Putz erst abgeschlagen und der Untergrund neu vorbereitet werden muss.

Wann lohnt sich der Aufpreis für Silikonharz?

  • Nord- oder Schattenseiten, die selten abtrocknen und schon einmal grün angelaufen waren
  • Fassaden in der Nähe von Bäumen oder Gewässern, wo Sporenbefall wahrscheinlicher ist
  • Objekte mit teurem Gerüst, bei denen Sie den nächsten Anstrich möglichst lange hinauszögern wollen
  • Ältere Putzsysteme, bei denen Sie ohnehin ein neues Armierungsgewebe aufbringen und dann gleich die langlebigere Oberfläche wählen

Auf einer besonnten, gut belüfteten Südfassade ohne Algenhistorie reicht mineralischer Oberputz meist aus und spart Geld.

Versteckte Kosten: wenn der Putz eine Dämmpflicht auslöst

Nicht jede Putzerneuerung ist nur eine Frage von Farbe und Material. Wenn Sie den Putz auf mehr als 10 % der Außenwandfläche erneuern – also abschlagen und neu aufbringen –, schreibt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Anlage 7) für die betroffenen Wandflächen einen maximalen U-Wert von 0,24 W/(m²K) vor. Das kann bedeuten, dass Sie bei der Option „komplett" zusätzlich eine Dämmschicht einplanen müssen, statt nur neu zu verputzen. Ausgenommen sind Wände, die nach 1983 errichtet oder bereits im Rahmen energetischer Vorgaben erneuert wurden. Wer vorher schon eine Außendämmung in Betracht zieht, sollte sich unseren Fassadendämmung-Kostenguide ansehen, bevor er sich für „komplett" entscheidet.

Rechnen Sie außerdem mit Zusatzkosten, wenn der Untergrund selbst beschädigt ist: Risse, Hohlstellen oder abplatzender Altputz müssen vor dem neuen Oberputz ausgebessert werden. Bei umfangreichen Untergrundreparaturen kommen Sie auf 12.300 € statt der Kalkulation mit normaler Vorbereitung.

Förderung und Steuervorteil

Ein reiner Fassadenanstrich oder neuer Oberputz ohne zusätzliche Dämmschicht fällt nicht unter die BAFA-Förderung für die Gebäudehülle – die gilt für Fenster und Dämmmaßnahmen, nicht für Putzarbeiten allein. Wird keine Förderung in Anspruch genommen, können Sie die Arbeitskosten (nicht das Material) über die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG absetzen: 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr. Kombinieren Sie die Putzerneuerung mit einer Fassadendämmung, die den Anforderungen entspricht, kann dagegen eine BAFA-Förderung für die Dämmmaßnahme selbst greifen – lassen Sie sich das vom ausführenden Betrieb vorab bestätigen.

So rechnen wir

Unsere Preise setzen sich aus Arbeitsstunden zu lokalen Handwerkerstundensätzen plus Material zusammen und werden gegen reale Angebote aus dem Markt abgeglichen. Für eine konkrete Fassade lohnt sich trotzdem immer ein Vergleichsangebot – unser „Ist mein Angebot fair"-Rechner zeigt Ihnen, ob eine Offerte im üblichen Rahmen liegt oder ob Sie nachverhandeln sollten.

Wenn Sie ohnehin ein Gerüst stellen, prüfen Sie auch gleich den Zustand der Fenster: Alte, undichte Rahmen sind ein häufiger Grund, warum Fassaden schneller durchfeuchten und Putz vorzeitig altert. Unser Fenstertausch-Kostenguide hilft bei der Einschätzung. Alle Details zu Putzarten, Vorarbeiten und Preisspannen für Ihr Haus finden Sie in unserem Fassade verputzen-Kostenguide.

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