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Daten

Fassadendämmung: Kosten nach Dämmstoff und Dämmstärke

EPS, Mineralwolle, Resol, PIR oder Holzfaser: was ein WDVS auf 150 m² kostet, wie viel die Dämmstärke ausmacht und welche BAFA-Förderung gilt.

Ein Wärmedämmverbundsystem auf 150 m² Fassade kostet mit 140 mm EPS typisch 27.000 €, mit Mineralwolle 31.400 € und mit Holzfaser 29.500 €, jeweils inklusive 19 % MwSt., Gerüst und farbigem Oberputz. Die Dämmstärke verändert den Preis weniger, als viele erwarten: Von 100 auf 200 mm steigt der Gesamtpreis von 24.700 € auf 30.400 €. Die BAFA bezuschusst die Dämmung mit 15 %.

Die Dämmstoffe im Vergleich

Material Typisch Übliche Spanne Lebensdauer
EPS (Styropor) 27.000 € 21.100 € – 35.100 € 30-50 Jahre
PIR-Hartschaum 27.100 € 21.100 € – 35.200 € 30-50 Jahre
Holzfaser 29.500 € 23.000 € – 38.400 € 40-60 Jahre
Mineralwolle 31.400 € 24.500 € – 40.800 € 40-60 Jahre
Resol-Hartschaum 32.100 € 25.000 € – 41.700 € 30-50 Jahre

Alle Zeilen gelten für dasselbe Haus: zwei Geschosse, rund 6 m hoch, 150 m² Wandfläche ohne Fenster, Dämmstärke 140 mm. Nur der Dämmstoff wechselt. Wir berechnen die Preise aus Arbeitsstunden mal regionalen Stundensätzen plus Material und gleichen sie mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Im Kostenratgeber Fassadendämmung passen Sie Fläche und Region an.

Was in allen Preisen enthalten ist

  • Gerüst mit Auf- und Abbau und zwei Monaten Standzeit
  • Dämmplatten geklebt und gedübelt
  • armierter Unterputz mit Gewebe
  • Sockelprofil aus Aluminium mit Tropfkante
  • Gewebewinkel an Gebäudeecken und Fensterlaibungen
  • oberer Abschluss unter dem Dachüberstand
  • Oberputz auf Siloxanbasis: Grundierung und zwei Anstriche

Nicht enthalten sind neue Fensterbänke, die Verlängerung des Dachüberstands, das Versetzen von Fallrohren, Leuchten oder Klimageräten, die Sanierung von feuchtem oder losem Putz sowie Planung, Wärmeschutznachweis und Genehmigungen.

EPS: der günstige Standard

Expandiertes Polystyrol, landläufig Styropor, ist leicht, einfach zu verarbeiten und im Material am günstigsten. Deshalb ist es die Referenz in unserer Rechnung. Nachteile: Es ist brennbar, weshalb Brandriegel nötig sind, und es lässt kaum Feuchtigkeit durch. Lebensdauer im System: 30 bis 50 Jahre.

Mineralwolle: nicht brennbar

Mineralwolle kostet mehr als EPS, ist aber nicht brennbar und diffusionsoffen. Sie ist die übliche Wahl bei höheren Gebäuden, bei strengeren Brandschutzanforderungen und dort, wo das Mauerwerk Feuchtigkeit abgeben muss. Sie dämpft außerdem Schall. Lebensdauer: 40 bis 60 Jahre.

Resol und PIR: gleiche Wirkung mit weniger Stärke

Resol-Hartschaum und PIR dämmen bei gleicher Stärke deutlich besser als EPS. Das ist interessant, wenn wenig Platz ist: an der Grundstücksgrenze, bei knappen Dachüberständen oder schmalen Fensterlaibungen. Im Vergleich oben liegt PIR bei gleicher Stärke preislich nahe an EPS, Resol ist dagegen die teuerste Variante. Weil beide besser dämmen, können Sie mit ihnen dünner bauen und trotzdem denselben Wärmeschutz erreichen. Lebensdauer: 30 bis 50 Jahre.

Holzfaser: ökologisch und diffusionsoffen

Holzfaserplatten sind nachwachsend, speichern Wärme gut und schützen im Sommer besser vor Hitze. Sie sind schwerer als Hartschaum und kosten mehr, auch in der Verarbeitung. Für Holzhäuser und Fachwerk sind sie oft die fachlich passende Lösung. Lebensdauer: 40 bis 60 Jahre.

Wie viel die Dämmstärke kostet

Mit EPS als Dämmstoff sieht die Rechnung für die übrigen Stärken so aus:

Dämmstärke Typischer Preis (150 m², EPS)
100 mm 24.700 €
140 mm 27.000 €
180 mm 29.300 €
200 mm 30.400 €

Gerüst, Kleber, Armierung und Putz kosten bei 100 mm genauso viel wie bei 200 mm. Deshalb steigt der Gesamtpreis bei dickerer Dämmung nur moderat. Gespart wird dagegen jedes Jahr beim Heizen. Weil Sie die Fassade nur einmal in mehreren Jahrzehnten dämmen, ist die dickere Variante meist die bessere Entscheidung. Die Grenze setzen eher Dachüberstand, Fensterlaibungen und Abstandsflächen. Welche Stärke für Ihre Wand nötig ist, legt der Energieberater fest, auch mit Blick auf die Förderbedingungen.

Mit anderen Arbeiten kombinieren

Das Gerüst ist ein großer Posten, der nur einmal anfallen sollte. Steht ohnehin ein neuer Anstrich der Fassade an, ist das der richtige Moment für die Dämmung. Planen Sie auch Fenstertausch und Dachsanierung mit: Werden die Fenster vorher oder gleichzeitig getauscht, lassen sich die Anschlüsse an der Laibung sauber lösen. Und wenn das Dach bald neu gemacht wird, kann der Dachüberstand gleich passend zur Dämmstärke verlängert werden.

Förderung: 15 % von der BAFA

Die Fassadendämmung ist eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle. Die BAFA zahlt 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) kommen 5 % hinzu, der iSFP-Bonus gilt allerdings nur bei Vorhaben ab 30.000 €. Wer keine Förderung nutzt, kann alternativ 20 % der Arbeitskosten steuerlich absetzen, höchstens 1.200 € pro Jahr (§ 35a EStG). Beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht.

Worauf Sie beim Angebot achten

  • Stärke und Dämmstoff müssen genau benannt sein, samt Wärmeleitfähigkeit.
  • Gerüst gehört in den Gesamtpreis, sonst ist der Quadratmeterpreis nicht vergleichbar.
  • Fensterlaibungen und Fensterbänke sind oft der Grund für Nachträge.
  • Untergrund: Loser Putz muss vor dem Dämmen saniert werden.

Ob Ihr Angebot im üblichen Rahmen liegt, prüfen Sie mit unserem Werkzeug „Ist mein Angebot fair?".

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