Wallbox mit 11 kW oder 22 kW: Was der Unterschied wirklich kostet
11-kW- und 22-kW-Wallboxen kosten als Gerät kaum unterschiedlich viel – der Preisunterschied steckt in der Elektroinstallation. Ein Rechenbeispiel.
Eine Wallbox-Installation kostet bei uns im Schnitt 2.000 € Euro (1.550 € – 2.600 € Euro) für eine typische 11-kW-Lösung mit normalem Kabelweg. Wird daraus eine 22-kW-Wallbox mit zusätzlicher Elektroarbeit, kostet die Installation eher 3.500 € – 5.800 € Euro. Der Unterschied liegt fast nie am Gerät selbst, sondern an dem, was vorher am Zählerschrank und auf dem Kabelweg passieren muss.
Kurz beantwortet
Die Wallbox selbst – ob 11 kW oder 22 kW – kostet oft nur wenige hundert Euro mehr. Den Großteil des Aufpreises verursacht die Installation: eine eigene Absicherung, ein stärkeres Kabel, bei 22 kW häufig ein Lastmanagement und in älteren Häusern manchmal ein größerer Zählerschrank. Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem Auto reicht 11 kW aus; 22 kW lohnt sich vor allem, wenn Sie mehrmals pro Woche große Reichweite in kurzer Zeit brauchen oder später eine zweite Wallbox dazukommt.
Was 11 kW und 22 kW in der Praxis bedeuten
Der Unterschied ist reine Ladeleistung, keine Ladequalität. Bei einer Batterie mit etwa 60 kWh bedeutet das grob:
- 11 kW: vollständige Ladung in rund 5,5 Stunden – über Nacht problemlos, auch bei mehrfacher Teilladung tagsüber.
- 22 kW: vollständige Ladung in rund 3 Stunden – nützlich, wenn das Auto nur kurz zu Hause steht oder mehrere Fahrzeuge sich die Wallbox teilen.
Die meisten Elektroautos laden einphasig ohnehin nur mit maximal 11 kW; nur Fahrzeuge mit dreiphasigem Onboard-Lader (meist gehobene Mittelklasse und Oberklasse) nutzen 22 kW tatsächlich aus. Vor der Entscheidung lohnt sich daher zuerst ein Blick ins eigene Fahrzeughandbuch, nicht in den Prospekt der Wallbox.
Wo der Aufpreis wirklich entsteht
Drei Punkte treiben die Kosten bei 22 kW über die eines 11-kW-Anschlusses:
- Leitung und Absicherung. Eine 22-kW-Wallbox braucht einen stärkeren Leitungsquerschnitt und eine eigene Sicherung. Bei kurzen, einfachen Kabelwegen macht das nur einen moderaten Unterschied; bei längeren Strecken zur Garage oder zum Carport steigt der Aufwand deutlich.
- Netzanschluss und Anmeldung. Jede Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Ab einer höheren Ladeleistung reicht eine einfache Anmeldung oft nicht mehr aus – dann ist eine zusätzliche Genehmigung nötig, und die kann die Installation um Wochen verzögern, unabhängig vom reinen Handwerkerpreis.
- Lastmanagement. Wer eine 22-kW-Wallbox installiert oder später eine zweite dazubaut, braucht häufig ein Lastmanagement, das die verfügbare Hausanschlussleistung zwischen Wallbox, Herd, Wärmepumpe und allem anderen aufteilt. Das ist einer der Gründe, warum Elektroarbeiten in diesem Bereich grundsätzlich nur eingetragene Fachbetriebe ausführen dürfen – hier geht es nicht nur um die Wallbox, sondern um die Sicherheit der gesamten Hausinstallation.
In älteren Häusern mit betagtem Zählerschrank kommt gelegentlich noch ein vierter Punkt dazu: Wenn der Schrank ohnehin erneuert werden muss, lohnt es sich, das im selben Zug zu erledigen, statt später ein zweites Mal Handwerker zu bestellen. Wie stark sich eine umfassendere Elektroerneuerung auf den Gesamtpreis auswirkt, zeigt unser Elektrik erneuern.
Wann sich 22 kW tatsächlich lohnt
Für ein typisches Einfamilienhaus mit einem Auto, das über Nacht lädt, ist 11 kW in den allermeisten Fällen ausreichend und günstiger – der Wagen ist morgens voll, egal ob er um 22 Uhr oder um 23 Uhr angeschlossen wird. 22 kW rechnet sich eher, wenn:
- Sie ein Fahrzeug mit dreiphasigem Lader besitzen und das auch ausnutzen wollen,
- mehrere Fahrzeuge sich eine Ladestelle teilen und die Standzeit begrenzt ist,
- Sie absehbar ein zweites Elektroauto anschaffen und gleich für ein Lastmanagement planen, oder
- Sie ohnehin eine Photovoltaikanlage mit Speicher betreiben oder planen und tagsüber möglichst schnell überschüssigen Solarstrom ins Auto laden wollen. Wer beides zusammen plant, sollte Wallbox und Speicher in einem Zug mit dem Elektriker abstimmen – unser Photovoltaik zeigt, wie sich die Preise für Speichergrößen unterscheiden.
Was das für Ihr Budget heißt
| 11 kW, einfacher Kabelweg | 22 kW, zusätzlicher Elektroaufwand | |
|---|---|---|
| Typische Installationskosten | rund 2.000 € Euro | eher Richtung 4.450 € Euro |
| Üblicher Rahmen | 1.550 € – 2.600 € Euro | 3.500 € – 5.800 € Euro |
| Zusätzliche Schritte | Anmeldung beim Netzbetreiber | ggf. Genehmigung, oft Lastmanagement |
| Geeignet für | ein Fahrzeug, Laden über Nacht | mehrere Fahrzeuge, kurze Standzeiten |
Diese Spannen stammen aus unserem Kostenmodell: Arbeitsstunden der Elektrofachbetriebe mal regionale Stundensätze plus Material, abgeglichen mit Marktpreisen und echten Angeboten. Die Gesamtkosten für Ihr Haus hängen vor allem von der Kabellänge, dem Zustand des Zählerschranks und davon ab, ob eine Netzbetreiber-Genehmigung nötig wird – nicht vom Preisunterschied zwischen 11-kW- und 22-kW-Gerät. Den vollständigen Kostenrahmen mit allen Einflussfaktoren finden Sie in unserem Wallbox.
Haben Sie schon ein Angebot vorliegen? Dann lohnt sich ein kurzer Check mit unserem Tool "Ist mein Angebot fair", bevor Sie unterschreiben – gerade bei 22-kW-Installationen mit Lastmanagement weichen Angebote erfahrungsgemäß stärker voneinander ab als bei einer einfachen 11-kW-Wallbox.