BAFA-Zuschuss für Fenster und Dämmung: 15 bis 20 Prozent möglich
Laut einer Pressemitteilung bleibt der BAFA-Zuschuss für Fenstertausch und Dämmung bei 15 %, mit Sanierungsfahrplan ab 30.000 € Investition bis 20 %.
Eigentümer, die Fenster austauschen oder die Fassade dämmen lassen, können weiterhin mit einem BAFA-Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen. Das geht aus einer Pressemitteilung von businessportal24 hervor, die sich auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezieht.
Was sich laut der Mitteilung ändert
Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt, kann den Zuschuss um 5 Prozentpunkte auf bis zu 20 Prozent erhöhen. Laut businessportal24 gilt dieser iSFP-Bonus seit der Reform vom 21. Juli 2026 aber nur noch, wenn das förderfähige Investitionsvolumen mindestens 30.000 Euro beträgt – und auch dann nur für den Anteil der Kosten oberhalb dieser Schwelle. Wer also beispielsweise für 25.000 Euro Fenster tauscht, bekommt laut der Mitteilung die zusätzlichen 5 Prozentpunkte nicht, selbst mit Sanierungsfahrplan.
Für eine umfassende Sanierung zum Effizienzhaus verweist der Beitrag zusätzlich auf die KfW, die zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen sowie die Heizungsförderung bereitstellt. Ein Punkt, den die Mitteilung besonders betont: Der Förderantrag muss vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden. Wird diese Reihenfolge nicht eingehalten, entfällt der Anspruch auf den Zuschuss komplett – unabhängig davon, wie förderfähig die Maßnahme sonst wäre.
Was das für die Kosten von Fenstertausch und Dämmung bedeutet
Die 15-Prozent-Förderung wirkt sich direkt auf das aus, was am Ende selbst zu zahlen ist. Bei einem Fenstertausch mit mittlerer Preisklasse, typischerweise 4.800 €, reduziert ein Zuschuss von 15 Prozent die Eigenkosten um mehrere hundert Euro. Mit iSFP-Bonus – sofern das Projekt die 30.000-Euro-Schwelle erreicht – sinkt der Eigenanteil weiter.
Diese Schwelle ist vor allem bei größeren Vorhaben relevant. Eine Fassadendämmung, die im mittleren Bereich bei 21.100 € – 35.100 € liegt, überschreitet die 30.000-Euro-Grenze für ein typisches Einfamilienhaus oft von selbst – hier lohnt sich der Sanierungsfahrplan rechnerisch eher als bei einem reinen Fenstertausch. Wer Fenster und Fassadendämmung im selben Förderantrag kombiniert, kommt leichter über die Schwelle und profitiert dann mit dem vollen 20-Prozent-Satz auf den über 30.000 Euro liegenden Teil.
Bei der Wahl des Dämmmaterials bleibt der Zuschusssatz gleich, der Ausgangspreis aber nicht: Mineralwolle, Phenol- oder PIR-Dämmung unterscheiden sich in Materialkosten je Quadratmeter, was Sie in der
| Material | Typisch | Übliche Spanne | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| EPS (Styropor) | 27.000 € | 21.100 € – 35.100 € | 30-50 Jahre |
| PIR-Hartschaum | 27.100 € | 21.100 € – 35.200 € | 30-50 Jahre |
| Holzfaser | 29.500 € | 23.000 € – 38.400 € | 40-60 Jahre |
| Mineralwolle | 31.400 € | 24.500 € – 40.800 € | 40-60 Jahre |
| Resol-Hartschaum | 32.100 € | 25.000 € – 41.700 € | 30-50 Jahre |
-Übersicht nachvollziehen können.
Heizung: KfW statt BAFA
Für den Heizungstausch gilt weiterhin ein separates Programm, die KfW-Förderung 458, nicht die BAFA-Einzelmaßnahme. Hier liegt die Grundförderung bei 30 Prozent, mit Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozentpunkten (befristet, danach sinkend) und einkommensabhängigem Bonus von bis zu 40 Prozent für Haushalte bis 30.000 Euro Jahreseinkommen. Förderfähig sind dabei maximal 28.000 Euro Kosten für die erste Wohneinheit, der Zuschuss ist auf 22.400 Euro gedeckelt. Eine neue Gasheizung fällt nicht unter dieses Programm – gefördert werden unter anderem Wärmepumpen, Biomasseheizungen und Solarthermie.
Bei einer typischen Wärmepumpe mit Kosten um 27.000 €, macht allein die Grundförderung von 30 Prozent einen deutlichen Unterschied beim Eigenanteil – vor Antragstellung und vor Beauftragung der Handwerksfirma, wie die Mitteilung unterstreicht.
Worauf Sie achten sollten
- Antrag vor Auftrag: Fördermittel müssen bewilligt sein, bevor die Handwerksfirma mit der Arbeit beginnt. Ein unterschriebener Auftrag oder bereits begonnene Arbeiten können den Anspruch kosten.
- 30.000-Euro-Schwelle im Blick behalten: Bei kleineren Einzelmaßnahmen lohnt sich der zusätzliche Aufwand für einen Sanierungsfahrplan oft nicht, bei kombinierten Maßnahmen (z. B. Fenster plus Dämmung) eher.
- Fachbetrieb einplanen: Förderfähige Nachweise und die technische Umsetzung laufen über zugelassene Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten beziehungsweise Fachbetriebe.
- Angebote vergleichen: Unabhängig von der Förderhöhe schwanken Handwerkerangebote stark. Mit unserem „Ist mein Angebot fair?“-Tool lässt sich prüfen, ob ein vorliegendes Angebot im üblichen Rahmen liegt.
Wie immer gilt: Welche Programme sich im Einzelfall kombinieren lassen, hängt vom Gebäude, der geplanten Maßnahme und dem Einkommen ab. Für eine verbindliche Einschätzung bleibt eine Beratung durch einen zugelassenen Energieeffizienz-Experten oder direkt bei der BAFA beziehungsweise KfW unerlässlich. Unsere Kostenschätzungen oben basieren auf Arbeitsstunden zu lokalen Stundensätzen plus Material, abgeglichen mit Marktpreisen und realen Angeboten – sie ersetzen keine Förderberatung, geben aber eine realistische Grundlage, bevor die ersten Angebote eingeholt werden.