Dachausbau Kosten pro qm: Was 30 m² Ausbau kosten
Dachausbau pro Quadratmeter für Dachfenster, Schleppgaube und Gaube durchgerechnet – und welche Posten den Preis treiben.
Ein Dachausbau mit 30 m² kostet bei uns typisch 33.000 €, die übliche Spanne liegt bei 25.700 € – 42.800 €. Teilen Sie den Betrag durch 30, dann haben Sie Ihren Quadratmeterpreis. Er hängt aber stärker von der Dachform und den Nebenposten ab als von der Fläche.
Unsere Preise sind Bruttopreise inklusive 19 % MwSt. Wir rechnen Arbeitsstunden mal regionale Stundensätze plus Material und gleichen das mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Die allgemeine Übersicht finden Sie im Dachausbau. Hier geht es um die Frage, die dort offen bleibt: Warum ist der Quadratmeterpreis bei zwei Dachböden mit gleicher Fläche so unterschiedlich?
Der Quadratmeterpreis nach Ausbauart
Für einen 30-m²-Ausbau im mittleren Standard ergeben sich diese Richtwerte. Dividieren Sie jeweils durch 30:
| Variante | Typischer Gesamtpreis (30 m²) |
|---|---|
| Nur Dachfenster (Velux-Typ) | 33.000 € |
| Schleppgaube / Rückseite mit Gaube | 43.500 € |
| Giebelgaube | 49.900 € |
Der Unterschied entsteht nicht durch mehr Fläche, sondern durch mehr Bauleistung. Eine Gaube bedeutet Eingriff in die Dachkonstruktion: Sparren auswechseln, neue Wände, Abdichtung, Eindeckung und Anschlüsse. Dafür gewinnen Sie Kopfhöhe und nutzbare Fläche.
Warum 30 m² oft weniger Wohnfläche sind
Wichtig für jeden Preisvergleich: Ein Betrieb rechnet meist mit der Grundfläche, Sie wollen aber Wohnfläche. Nach § 4 der Wohnflächenverordnung zählen Flächen mit mindestens 2 m lichter Höhe voll, zwischen 1 m und 2 m nur zur Hälfte, unter 1 m gar nicht.
Bei einem steilen, schmalen Dach kann deshalb ein Teil der Grundfläche wegfallen. Der Preis je Quadratmeter Wohnfläche liegt dann höher als der je Quadratmeter Grundfläche. Eine Gaube erhöht den Preis insgesamt, senkt aber oft den Preis je angerechnetem Quadratmeter, weil mehr Fläche volle Höhe hat. Fragen Sie in jedem Angebot, auf welche Fläche sich der Preis bezieht.
Welche Posten den Preis treiben
Dämmung. Dach und Giebelwände müssen gedämmt werden, sonst wird der Raum im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt. Je schlechter der Bestand und je flacher die Sparren, desto aufwendiger wird es. Bei zu wenig Sparrenhöhe kommt zusätzliche Dämmung unter den Sparren hinzu, die Raumhöhe kostet. Wenn Sie auch die Außenwand angehen, sehen Sie im Vergleich die Kosten der Fassadendämmung.
Treppe. Ein Dachboden mit Einschubtreppe wird nicht zum Aufenthaltsraum. Eine feste Treppe braucht Platz im Geschoss darunter, oft samt Wanddurchbruch und Anpassung des Grundrisses. Das ist ein Posten, den Angebote gern knapp ansetzen.
Rettungsweg. Als Beispiel für die Landesbauordnungen: Nach Art. 31 BayBO brauchen Nutzungseinheiten mit Aufenthaltsräumen in jedem Geschoss zwei unabhängige Rettungswege. Der erste führt über eine notwendige Treppe, der zweite kann ein von der Feuerwehr mit Rettungsgeräten erreichbares Fenster sein. Lage und Größe der Dachfenster sind daher keine reine Geschmacksfrage. Was in Ihrem Bundesland gilt, klären Sie vor der Planung mit dem Bauamt oder Ihrem Planer.
Elektrik. Ein neuer Raum braucht Stromkreise, Steckdosen und Beleuchtung. Reicht der Zählerschrank nicht aus, wird es teurer. Arbeiten an Elektroanlagen dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Wenn das ganze Haus betroffen ist, lohnt der Blick auf Elektrik erneuern.
Heizung. Hier gibt es drei Wege: Heizkörper am bestehenden Kreis anschließen, Fußbodenheizung oder Infrarot- beziehungsweise Elektroheizung. Reicht die vorhandene Heizung nicht aus, steht ein größerer Eingriff an. Eine Wärmepumpe können Sie über die KfW-Heizungsförderung 458 fördern lassen: 30 % Grundförderung, bis 31.01.2027 zusätzlich 16 % Geschwindigkeitsbonus, bei Haushaltseinkommen bis 30.000 € ein Einkommensbonus bis 40 %. Förderfähig sind maximal 28.000 € für die erste Wohneinheit. Unsere Kosten dazu finden Sie unter Wärmepumpe. Arbeiten an Gasanlagen sind ebenfalls eingetragenen Fachbetrieben vorbehalten.
Bad. Ein Duschbad im Dach ist der größte einzelne Aufpreis. Zusätzlich zur Basis kostet ein Duschbad typisch 44.200 € im Gesamtpreis. Rechnen Sie mit Leitungen für Zu- und Abwasser, die durch das Geschoss darunter laufen müssen. Was ein Bad für sich kostet, zeigt Badsanierung.
Fenster. Dachfenster sind Teil der Rechnung. Anzahl und Größe bestimmen Licht, Rettungsweg und Preis. Zum Vergleich mit normalen Fenstern: Fenstertausch.
Beispielrechnung: so entscheiden Sie
- Kopfhöhe messen. Wie viel Fläche hat mindestens 2 m, wie viel zwischen 1 und 2 m? Das entscheidet, ob Dachfenster reichen.
- Reicht Fenster, ist es am günstigsten. Liegt ein Großteil der Fläche über 2 m, ist die reine Dachfenster-Lösung meist der wirtschaftlichste Weg.
- Wenig volle Höhe: Gaube prüfen. Ist ein großer Teil der Fläche unter 1 m oder halb anrechenbar, kann die Gaube trotz höherem Gesamtpreis günstiger je angerechnetem Quadratmeter sein.
- Nebenposten einzeln abfragen. Treppe, Elektrik, Heizung und Bad sollten im Angebot getrennt stehen.
Steuer und Förderung
Wenn Sie nicht anderweitig gefördert werden, können Sie nach § 35a EStG 20 % der Arbeitskosten von der Steuer abziehen, maximal 1.200 € pro Jahr. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle wie Fenster und Dämmung gibt es von der BAFA 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan 5 % mehr; der iSFP-Bonus gilt nur bei Vorhaben ab 30.000 €. Ob Ihr Ausbau die Bedingungen erfüllt, klären Sie vor Auftragsvergabe.
Prüfen Sie Ihr Angebot
Liegt ein Angebot vor, nutzen Sie unseren Angebotscheck („Ist mein Angebot fair?“). Er vergleicht Ihre Positionen mit unserem Kostenmodell. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Bezugsfläche: Grundfläche oder Wohnfläche?
- Dämmung mit Dicke und Material
- Treppe, Elektrik und Heizung als eigene Positionen
- Rettungsweg und Genehmigung
Wer diese vier Punkte klärt, erkennt schnell, ob ein niedriger Quadratmeterpreis echte Ersparnis ist oder nur fehlende Leistungen.