Elektrik erneuern: Neuer Zählerschrank oder Verteiler behalten?
Elektrik erneuern kostet typisch {cost:house-rewiring:mid}. Wir zeigen, wann der alte Verteiler bleiben kann und wie Putz und Maler den Preis verschieben.
Elektrik erneuern kostet bei einem 100-m²-Haus typisch 11.000 €, die übliche Spanne liegt bei 8.550 € – 14.300 €. Welche Stellschraube den Preis am stärksten bewegt, ist selten die Leitung selbst, sondern die Frage, ob der Zählerschrank neu kommt und ob danach geputzt und gestrichen werden muss.
Der Preis wird bei diesem Gewerk oft an drei Stellen entschieden: Verteiler, Wandarbeiten und Wohnsituation. Wir erklären alle drei, damit Sie Angebote besser vergleichen können.
Alten Verteiler behalten: wann geht das?
Ein bestehender Zählerschrank mit Verteiler kann weiterverwendet werden, wenn ein Elektrofachbetrieb ihn geprüft und für den neuen Leitungsbestand als geeignet bewertet hat. Dafür muss er in der Regel diese Punkte erfüllen:
- Er ist in einem technisch modernen Zustand und mechanisch unbeschädigt.
- Es sind genügend freie Plätze für die neuen Stromkreise vorhanden.
- Schutzeinrichtungen (Sicherungen, Fehlerstromschutz) lassen sich nach heutigen Anforderungen ergänzen oder tauschen.
- Der Netzbetreiber verlangt keine Änderung am Zählerplatz.
Sind diese Bedingungen erfüllt, sparen Sie den Schrank samt Anmeldung und Montage. In unserem Modell steht dafür die Option „Bestehenden Verteiler behalten (geprüft, wenn modern)“. Beachten Sie: Arbeiten an Elektroanlagen dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen. Die Prüfung gehört also in die Hand des Betriebs, nicht in Eigenregie.
Neuer Zählerschrank und Verteiler: wann lohnt er sich?
Ein neuer Schrank ist sinnvoll, wenn der alte voll, veraltet oder beschädigt ist. Er lohnt sich auch, wenn Sie ohnehin viel Neues anschließen wollen, etwa eine Wallbox oder eine Photovoltaikanlage. Wie Sie das einplanen, zeigen unsere Guides zur Wallbox (Wallbox) und zur Photovoltaik (Photovoltaik).
So wirkt die Wahl auf den Preis (Typischwerte für ein 100-m²-Haus, bewohnt, mit verschlossenen Schlitzen):
| Variante | Typische Kosten |
|---|---|
| Verteiler behalten | 8.500 € |
| Neuer Zählerschrank mit Verteiler | 11.000 € |
Die Differenz ist der Aufpreis für Schrank, Material und Umbau am Zählerplatz. Sie bezahlen ihn einmal, vermeiden aber spätere Nachrüstungen. Wenn der Platz im alten Verteiler schon jetzt knapp ist, wird „behalten“ schnell zur Scheinersparnis.
Putz- und Malerarbeiten: der versteckte Posten
Für neue Leitungen werden Schlitze in die Wände gefräst. Danach gibt es zwei Wege:
- Schlitze verschlossen, bereit zum Streichen: Der Betrieb schließt Schlitze und Löcher. Verputzen, Spachteln und Streichen bleiben in Ihrer Hand.
- Neu verputzt und gestrichen: Der Preis enthält Putz und Malerarbeiten, die Räume sind danach fertig.
| Abschluss | Typische Kosten |
|---|---|
| Schlitze verschlossen | 11.000 € |
| Neu verputzt und gestrichen | 13.000 € |
Wer ohnehin renovieren will, erspart sich mit dem zweiten Weg doppelte Arbeit, etwa Gerüst im Raum, Abdecken und Trocknungszeiten. Planen Sie dagegen nur kleine Korrekturen, reicht oft die günstigere Variante. Was das Streichen allein kostet, finden Sie im Guide zum Wohnungsstreichen (Wohnung streichen).
Leerstehend oder bewohnt?
Ein leeres Haus lässt sich schneller bearbeiten, weil Möbel nicht verschoben und Böden nicht geschützt werden müssen. Dafür bietet unser Modell die Option „leeres Haus“. Wer während der Arbeiten wohnt, muss mit Staub, Stromabschaltungen und etwas längerer Bauzeit rechnen. Fragen Sie im Angebot nach, wie der Betrieb die Abschaltzeiten organisiert.
Welche Kombination spart wirklich Geld?
- Günstigster Weg: Verteiler behalten, Schlitze nur verschließen, leeres Haus. Das funktioniert nur, wenn der Verteiler die Prüfung besteht.
- Mittlerer Weg: Neuer Schrank, Schlitze verschlossen. Sinnvoll, wenn der Bestand veraltet ist, Sie aber selbst renovieren.
- Komplettlösung: Neuer Schrank, neu verputzt und gestrichen. Teurer, aber ein Abschluss aus einer Hand ohne Folgekosten.
Ein Tipp aus der Praxis unserer Kalkulation: Bitten Sie Betriebe, Schrank, Leitungen und Wandabschluss als getrennte Posten auszuweisen. Dann sehen Sie sofort, wo Angebote auseinanderliegen.
Steuer und Förderung
Die Elektrik selbst wird nicht über die großen Heizungs- oder Hüllprogramme gefördert. Die Arbeitskosten können Sie jedoch über die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen (§ 35a EStG) geltend machen: 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, wenn die Maßnahme nicht anderweitig gefördert wird. Lassen Sie Material und Arbeit auf der Rechnung getrennt ausweisen und zahlen Sie unbar.
Wie wir rechnen
Wir kalkulieren Arbeitsstunden mal regionale Stundensätze, addieren Material und gleichen die Summe mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Alle Preise sind Bruttopreise inklusive 19 % MwSt. und beziehen sich auf ein 100-m²-Haus. Größe, Zustand und Region verschieben das Ergebnis.
Haben Sie schon ein Angebot? Dann prüfen Sie es mit unserem Angebots-Check („Ist mein Angebot fair?“). Er zeigt, ob Schrank, Wandabschluss und Gesamtpreis im üblichen Rahmen liegen. Die Grundlagen finden Sie im Kostenguide zur Elektrik (Elektrik erneuern).