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Neue Küche ohne Geräte: Wofür das Geld wirklich ausgegeben wird

Schränke, Arbeitsplatte, Installation, Montage: was eine neue Küche ohne Elektrogeräte 2026 kostet und welche Posten den Preis bestimmen.

Eine neue Küche mit 4,5 m Unterschränken im bestehenden Grundriss kostet ohne Elektrogeräte in mittlerer Ausstattung typisch 8.950 €, meist 7.000 € – 11.700 € inklusive 19 % MwSt. Darin stecken Schränke, Arbeitsplatte, Spüle, Fliesenspiegel, neue Anschlüsse, Malerarbeiten und die komplette Montage. Wir rechnen bewusst ohne Geräte, weil Kühlschrank, Backofen und Kochfeld den Preis je nach Wahl so stark verschieben, dass ein Vergleich sonst nicht möglich ist.

Warum wir ohne Geräte rechnen

Viele veröffentlichte Küchenpreise schließen Elektrogeräte ein, manche nicht, und oft steht nicht dabei, welche. Ein und dieselbe Küchenzeile kann mit einfachen Einbaugeräten oder mit Geräten der Oberklasse bestückt werden, und allein das verschiebt die Endsumme erheblich. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb immer zwei Summen bilden: Küche und Montage auf der einen Seite, Geräte auf der anderen. Unsere Werte decken die erste Summe ab.

Die drei Ausstattungsstufen

Stufe Schränke Arbeitsplatte Typische Kosten
Einfach Mitnahme- oder Lagerküche Schichtstoff 6.150 €
Mittel Markenschränke mit Softclose Quarzkomposit 8.950 €
Gehoben Schreiner- oder Studioküche hochwertiger Naturstein 12.000 €

Gerechnet ist jeweils eine L-Küche in einem Raum von etwa 10 m², bei der Spüle, Kochfeld und Geräte an ihrem Platz bleiben.

Wofür das Geld ausgegeben wird

Schränke: der größte Posten

Unter- und Hängeschränke machen den größten Teil der Summe aus. Hier liegt auch der größte Spielraum: Korpusqualität, Fronten, Beschläge, Auszüge statt Fachböden und Softclose-Dämpfer treiben den Preis. Eine Zeile mit vielen Auszügen kostet deutlich mehr als dieselbe Zeile mit Drehtüren, bringt im Alltag aber auch mehr.

Arbeitsplatte

Schichtstoff wird vor Ort zugeschnitten und ist am günstigsten. Quarzkomposit und Naturstein werden erst nach der Schrankmontage aufgemessen und in der Werkstatt gefertigt, einschließlich Ausschnitten für Spüle und Kochfeld. Das kostet mehr und bedeutet in der Regel ein bis zwei Wochen ohne fertige Arbeitsplatte.

Spüle und Armatur

In der mittleren Stufe rechnen wir mit einer Verbund- oder Unterbauspüle und einer hochwertigen Einhebelarmatur. Die Spüle wird zusammen mit dem Geschirrspüler angeschlossen.

Installation: Wasser, Abwasser, Strom

Auch wenn der Grundriss bleibt, werden Anschlüsse fast immer erneuert: Warm- und Kaltwasser für Spüle und Geschirrspüler, neue Abwasseranschlüsse, Steckdosen über der Arbeitsplatte und für die Geräte, Brennstellen für Decke und Unterbaubeleuchtung. Dafür werden Schlitze gestemmt und wieder verputzt. Diese Arbeiten sind reine Handwerksstunden von Installateur und Elektriker und fallen in jeder Ausstattungsstufe ähnlich an.

Fliesenspiegel und Malerarbeiten

Die Wand hinter der Arbeitsplatte wird vorbereitet und neu gefliest, Wände und Decke werden zweimal mit abwaschbarer Farbe gestrichen. Das klingt nach Nebensache, ist aber ein spürbarer Posten, weil Vorbereitung und Trocknung Zeit brauchen.

Demontage, Entsorgung, Montage

Die alte Küche samt Arbeitsplatte, Spüle und Fliesenspiegel wird abgebaut und entsorgt. Die neue wird aufgebaut, ausgerichtet und befestigt, Türen und Griffe werden eingestellt, Kochfeld, Backofen und Dunstabzug angeschlossen. Den Geräteanschluss rechnen wir also mit ein, nur die Geräte selbst nicht.

So rechnen wir

Für jede Leistung ermitteln wir die Arbeitszeit des jeweiligen Gewerks und bewerten sie mit regionalen Stundensätzen, dazu kommen die Materialpreise. Das Ergebnis gleichen wir mit Marktpreisen und echten Angeboten ab. Auf unserer Kostenseite sehen Sie die Werte auch für Ihr Bundesland und für andere Küchenlängen.

Was den Preis nach oben treibt

  • Neuer Grundriss. Eine Kochinsel oder eine versetzte Spüle braucht neue Abwasserleitungen mit Gefälle und neue Stromkreise. Das ist in unseren Werten nicht enthalten.
  • Boden. Ein neuer Bodenbelag gehört nicht zu unserem Umfang. Wenn der alte Boden unter der Küche fehlt oder beschädigt ist, planen Sie ihn gesondert ein.
  • Wände, Fenster, Türen. Bauliche Änderungen kommen immer extra.
  • Hochschränke und Sondermaße. Jeder zusätzliche Hochschrank und jede Passblende nach Maß erhöht Material und Montagezeit.

Worauf Sie im Küchenangebot achten

  • Geräte getrennt ausweisen lassen. Nur so sehen Sie, was die Möbel kosten, und können Geräte auch woanders kaufen.
  • Montage und Anschlüsse. Steht im Angebot, wer Wasser, Abwasser und Strom anschließt? Oft übernimmt das Küchenstudio nur den Möbelaufbau, und Installateur und Elektriker kommen extra.
  • Elektroarbeiten nur vom Fachbetrieb. Neue Stromkreise und der Anschluss eines Kochfelds dürfen nur eingetragene Fachbetriebe ausführen.
  • Aufmaß und Arbeitsplatte. Klären Sie, wann die Steinplatte aufgemessen wird und wie lange Sie ohne Arbeitsplatte sind.

Steuer

Für den Lohnanteil der Montage und der Installationsarbeiten können Sie nach § 35a EStG 20 % der Arbeitskosten von der Steuer abziehen, höchstens 1.200 € pro Jahr. Dafür müssen die Arbeitskosten auf der Rechnung getrennt vom Material ausgewiesen sein. Die Möbel und Geräte selbst zählen nicht.

Mit unserem Werkzeug „Ist mein Angebot fair?" sehen Sie, ob Ihr Angebot ohne Geräte im üblichen Rahmen liegt. Alle enthaltenen Leistungen und Spartipps finden Sie im Kostenratgeber Neue Küche.

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